Al-Rakka
Rebellen fürchten Rachefeldzug der Regierung

Nach der Eroberung von Al-Rakka wittern die syrischen Rebellen den Sieg. Doch einige Kommandeure warnen vor verfrühtem Jubel. Schon oft folgte auf einen militärischen Sieg eine Welle von Luftangriffen.
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Damaskus/IstanbulMit der Eroberung der nordsyrischen Stadt Al-Rakka haben die Aufständischen dem Regime von Präsident Baschar al-Assad eine weitere schwere Niederlage beigebracht. Doch die Siegesfeiern wurden am Dienstag von der Angst vor einem Rachefeldzug der Regierungstruppen begleitet.

Der Allgemeine Rat für die syrische Revolution meldete Angriffe mit „Mig“-Kampfflugzeugen auf zwei Schulen in Al-Rakka, in denen sich Vertriebene aufhielten. In der Muawija-Schule sei eine Frau aus der Stadt Deir as-Saur mit ihren zwei Kindern getötet worden. Dutzende Menschen hätten Verletzungen erlitten.

Die syrische Regierung ließ unterdessen einen deutschen Journalisten frei, der ihren Angaben zufolge wegen illegaler Einreise festgenommen worden war. Der stellvertretende Außenminister Faisal Mekdad habe Billy Six an die russische Botschaft in Damaskus übergeben, teilte ein Sprecher des syrischen Außenministeriums am Dienstag mit. Damit sei man einem Wunsch aus Moskau nachgekommen.

Außenminister Guido Westerwelle dankte der russischen Regierung für ihre Unterstützung. Es sei „erleichtert, dass sich der seit Monaten vermisste Deutsche nun in sicherer Obhut der deutschen Botschaft in Beirut befindet“, zitierte das Auswärtige Amt den Minister. Six hatte im vergangenen Jahr für die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ mehrere Berichte aus dem Bürgerkriegsland Syrien geschrieben. Nach Angaben der Redaktion war er Ende vergangenen Jahres von den Regierungstruppen festgenommen worden.

Ein Sprecher des lokalen Revolutionskomitees in Al-Rakka sagte dem syrischen Nachrichtenportal „Zaman al-Wasl“, die Rebellen bereiteten sich auf eine mögliche Offensive von Truppen des Regimes vor, die von Homs nach Al-Rakka verlegt würden. Die Ortschaft Tell Rafaat im Umland von Aleppo wurde am Dienstag nach Angaben von Regimegegnern von zwei „Scud“-Raketen getroffen.

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