Alarmbereitschaft
Israel riegelt Palästinensergebiete ab

Unmittelbar vor den Feiern zum 61. Unabhängigkeitstag hat Israel am Dienstag die Palästinensergebiete abgeriegelt. Zuvor begann der Gedenktag für die gefallenen Soldaten und Terroropfer.

HB TEL AVIV. Der israelische Rundfunk meldete, die Polizei sei aus Furcht vor Anschlägen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Unabhängigkeitsfeiern sollten am Dienstagabend unmittelbar nach Ende der Gedenkfeiern für Israels gefallene Soldaten und Terroropfer beginnen.

Der Gedenktag hatte am Montagabend begonnen, zur Erinnerung an die mehr als 22 000 Opfer heulten landesweit zwei Minuten lang die Sirenen. Geschäfte, Bars und Restaurants wurden geschlossen. Der öffentliche Verkehr kam zum Stillstand. An der Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem wurde im Beisein von Staatspräsident Schimon Peres eine Gedenkflamme entzündet. Peres erinnerte daran, dass Israels Existenz auch 61 Jahre nach der Staatsgründung noch gefährdet sei. „Wir wollen keinen Krieg, aber wenn er uns aufgezwungen wird, rate ich Freund und Feind gleichermaßen, auf der richtigen Seite zu stehen, auf unserer Seite, auf der Seite, die immer gesiegt hat und immer siegen wird“, sagte Peres.

Am Dienstag sollen die Gefallenen auf mehr als 40 Militärfriedhöfen geehrt werden. Um 11 Uhr Ortszeit sollen dann erneut die Sirenen zwei Minuten lang ertönen. Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des Verteidigungsministers 133 israelische Soldaten und Zivilisten bei militärischen Auseinandersetzungen oder Anschlägen ums Leben.

Die Zählung der insgesamt 22 570 Gefallenen und Getöten beginnt den Angaben zufolge im Jahr 1860, als sich jüdische Siedler vor der Stadtmauer Jerusalems niederließen.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas wies unterdessen die Forderung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zurück, sein Land als jüdischen Staat anzuerkennen. „Das werde ich nicht tun“, sagte Abbas am Montag. Er sei dafür nicht zuständig, den Staat Israel zu beschreiben. „Nennt euch meinetwegen „Hebräische Sozialistische Republik', meine Aufgabe ist das nicht.“

Netanjahu hatte die Palästinenser vorige Woche aufgerufen, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen, da sonst Fortschritte auf dem Weg zu einer Friedenslösung nicht möglich seien. Die Palästinenser befürchten, dass Israel dann die Rückkehr von Flüchtlingen ablehnen könnte, die während des Krieges von 1948 geflohen oder vertrieben worden sind.

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