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02.02.2007 
Chirac fordert „ökologische Revolution“

Alarmierender Uno-Klimabericht rüttelt Politik auf

Mit ihrem alarmierenden Bericht über die Erderwärmung hat der Weltklimarat am Freitag die Politik aufgerüttelt. Als Reaktion plant die Bundesregierung ein millionenschweres Aktionsprogramm. Frankreichs Präsident Jacques Chirac will die Kompetenzen der Umweltbehörde der Vereinten Nationen ausweiten. Die USA äußerten sich dagegen zurückhaltend: Washingzon begrüßte den Bericht und sprach von „einer wertvollen Informationsquelle für politische Entscheidungsträger“.

HB PARIS/BERLIN. Die Uno-Forscher prognostizieren einen Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 59 Zentimeter sowie um 6,4 Grad höhere Temperaturen bis 2100. Selbst bei einem sofortigen Stopp der CO2-Emissionen würde sich die Atmosphäre Jahrhunderte weiter aufheizen, heißt es in der Studie, die am Freitagmorgen vorgestellt worden war.

Die Bundesregierung plant als Konsequenz aus dem Bericht ein mit 255 Mill. Euro ausgestattetes Aktionsprogramm, wie Forschungsministerin Annette Schavan ankündigte. Umweltminister Sigmar Gabriel forderte eine rasche Einigung über die Klimaschutzpolitik in der EU und ein neues Ziel zur Verminderung der gefährlichen Treibhausgase um 30 Prozent weltweit bis 2020.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte, der Bericht des Weltklimarats (IPCC) unterstreiche die Notwendigkeit eines Nachfolge-Abkommens für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll. Alle Industriestaaten müssten sich in einem neuen Abkommen dazu verpflichten, ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 30 Prozent unter das Niveau von 1990 zu bringen.

„Während der Klimawandel wie ein Hase läuft, kriecht die Politik wie eine Schnecke“, erklärte der italienische Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio. „Entweder wir legen einen Zahn zu oder wir riskieren eine Katastrophe.“ Scanio forderte eine globale Steuer auf CO2-Ausstöße und eine gestärkte Uno-Umweltorganisation.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Chirac fordert „ökologische Revolution“.

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