Alarmsignale: EZB bleibt wegen Spaniens Problemen auf der Hut

Alarmsignale
EZB bleibt wegen Spaniens Problemen auf der Hut

Das Staatsdefizit Spaniens ufert weiter aus, die Banken des Landes hängen am Tropf und Ausfallversicherungen spanischer Anleihen sind so teuer wie nie. Das könnte die EZB erneut zu unkonventionellen Maßnahmen zwingen.
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Berlin/FrankfurtWegen des wachsenden Misstrauens der Investoren gegenüber Spanien hält sich die EZB weiter als Krisenfeuerwehr bereit. Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sprach am Freitag in Berlin von einer Stabilisierung der Anleihenmärkte in fragilen Umfeld.

„Wir alle haben gesehen, was mit Spanien in den vergangenen Tagen geschehen ist“, so Asmussen. Es gebe noch immer das Risiko, dass Turbulenzen an den Bondmärkten auf die Realwirtschaft überschwappten. Ob die EZB wie vom französischen EZB-Direktor Benoit Coeure angedeutet ihr Anleihenankaufprogramm (SMP) wiederaufleben lassen wird, ließ der Deutsche aber offen. „Die EZB wird wenn nötig handeln.“

Die Zweifel von Investoren an der Finanzkraft Spaniens und Italiens machten sich unterdessen in wieder anziehenden Renditen bemerkbar. Zehnjährige spanische Papiere rentierten knapp unter sechs Prozent - ab dieser Marke wird die staatliche Refinanzierung nach gängigen Einschätzungen zu kostspielig.

Als Alarmsignal gilt zudem, dass Versicherungen gegen einen Ausfall spanischer Staatsanleihen (CDS) so teuer gehandelt wurden wie nie zuvor. Ein Investor musste 492.000 Euro zahlen, um Schulden in Höhe von zehn Millionen Euro für fünf Jahre abzusichern. Damit ist das Misstrauen der Investoren noch höher als Mitte November, als die Angst vor einer Ausweitung der griechischen Probleme auf andere Schuldnerländer einen Höhepunkt erreicht hatte.

Spanische Banken am Tropf der EZB

Spanien kämpft mit einem ausufernden Staatsdefizit und Problemen in seinem Bankensektor, der nach dem Platzen einer Immobilienblase milliardenschwere Abschreibungen in den Bilanzen vornehmen muss. Die krisengeschüttelten Geldhäuser des Mittelmeerstaats hängen immer stärker am Tropf der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Geldinstitute des Landes borgten sich im März rund 316 Milliarden Euro von der EZB - fast doppelt soviel wie im Februar.

„Hohe Refinanzierungskosten und ein schwieriger Marktzugang werden für die spanischen Banken noch einige Zeit die größten Herausforderungen bleiben“, heißt es in einem Kommentar von Fitch. In den Daten ist allerdings auch bereits der zweite zinsgünstige Dreijahreskredit der Zentralbank für die Banken der Euro-Zone vom Februar enthalten. Damals hatten sich die Finanzhäuser mit rund einer halben Billion Euro eingedeckt.

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