
KAPSTADT. Vieles erinnert heute an die letzte Wahl vor zehn Jahren - eine Wahl, die den Niedergang des Landes einläutete: Auch damals hieß Gbagbos schärfster Widersacher Ouattara und wurde mit einer üblen Hetzkampagne zunächst aus dem Rennen um die Präsidentschaft und wenig später aus dem Land gedrängt. Das Drehbuch dafür war denkbar einfach: Ouattara, früherer Premier des Landes, Ex-Spitzenfunktionär der Weltbank und einer der größten Immobilienbesitzer, wurde kurzerhand zum Nicht-Ivorer erklärt, weil sein Vater angeblich aus dem benachbarten Burkina Faso stammt.
Mit dem Ausschluss wurde aber auch den Menschen im Norden der Elfenbeinküste unmissverständlich bedeutet, dass sie aufgrund ihrer kulturellen und religiösen Nähe zum nördlichen Anrainer Burkina Faso stets Bürger zweiter Klasse bleiben würden. Die Folgen waren eine Zweiteilung des Landes in einen muslimischen Norden und einen christlichen Süden.
Jenseits der Diskussion um "Ado", wie Ouattara von seinen Anhängern genannt wird, zeigen die Wahl und ihr umstrittener Ausgang deutlich die Bruchstellen der ivorischen Gesellschaft: Rund ein Drittel der Bevölkerung stammt von Einwanderern ab - und die muslimische Mehrheit aus dem Norden des Landes sieht in Ouattara seit langem einen der ihren. Einen, der sich seinen Platz an der Sonne hart erkämpft hat. Und ihn nun endlich erhalten soll.