Aleppo
Russland verkündet Waffenruhe, Einwohner melden Beschuss

Die syrische Armee hat ihre Angriffe in Ost-Aleppo vorübergehend eingestellt. Das sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow beim OSZE-Ministerrat in Hamburg. Doch syrische Aktivisten widersprechen ihm.
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Moskau/AleppoDie syrische Armee hat nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow ihre Angriffe in Ost-Aleppo vorübergehend eingestellt, damit Zivilisten in Sicherheit gebracht werden können. „Ich kann Ihnen heute sagen, dass die Kampfhandlungen der syrischen Armee in Ost-Aleppo unterbrochen wurden“, sagte Lawrow laut russischen Nachrichtenagenturen am Donnerstag beim OSZE-Ministerrat in Hamburg. Derzeit laufe in Aleppo eine „große Operation“, um Zivilisten in Sicherheit zu bringen.

Doch trotz dieser Ankündigung gehen die Kämpfe in der nordsyrischen Stadt Aleppo Aktivisten zufolge weiter. Es gebe noch immer Gefechte zwischen Regimekräften und oppositionellen Milizen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstagabend. Auch Einwohner der Rebellengebiete in Ost-Aleppo berichteten von Artilleriebeschuss und Jets am Himmel.

Ein Sprecher der Rebellenmiliz Nur al-Din al-Sinki erklärte, das Regime und Russland versuchten die Nachricht von einer Waffenruhe zu verbreiten. Tatsächlich gebe es weiterhin Angriffe aus der Luft und mit Artillerie.

Angesichts der katastrophalen humanitären Lage im Ostteil von Aleppo hatte der Chef der UN-Hilfsmission für Syrien, Jan Egeland, am Donnerstag eine sofortige Waffenruhe in der nordsyrischen Großstadt gefordert. Bereits am Mittwoch hatten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und die USA die Konfliktparteien in einer gemeinsamen Erklärung zu einem „sofortigen Waffenstillstand“ aufgerufen.

Beim Ministerrat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in Hamburg war die dramatische Lage in Aleppo ebenfalls Thema. US-Außenminister John Kerry und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) trafen getrennt voneinander mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow zusammen.

Russland ist Syriens wichtigster Verbündeter. Moskau trug durch seine seit September 2015 auf Assads Wunsch hin gewährte Militärhilfe maßgeblich dazu bei, dass die Regierungstruppen allmählich die Oberhand gewannen.

Seit dem Beginn einer Großoffensive Mitte November haben die Regierungstruppen einen großen Teil der von den Rebellen kontrollierten Stadtviertel im Osten von Aleppo zurückerobert. Nach Angaben von Aktivisten verloren die Aufständischen 85 Prozent der von ihnen kontrollierten Gebiete in Aleppo.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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