Ali Abdullah Saleh Jemens Ex-Machthaber denkt nicht an Rückzug

Ali Abdullah Saleh hat 33 Jahre lang den Jemen regiert. Heute kämpft der Ex-Präsident mit Soldaten, die noch loyal zu ihm stehen, an der Seite der Huthi-Rebellen. Trotz militärischen Drucks will er nicht nachgeben.
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Die Huthi-Rebellen haben in den vergangenen Monaten große Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Sie werden unterstützt von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh. Quelle: dpa
Huthi-Rebelln

Die Huthi-Rebellen haben in den vergangenen Monaten große Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Sie werden unterstützt von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh.

(Foto: dpa)

Aden/GenfDer mit den Huthi-Rebellen verbündete ehemalige jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh will trotz des militärischen Drucks von Saudi-Arabien gegen die Aufständischen nicht nachgeben. Er dementierte am Freitag arabische Medienberichte, wonach er sich um einen gesicherten Rückzug bemühe. „Ich bin nicht der Typ, der nach einem Ort zum Leben in Dschidda, Paris oder Europa Ausschau hält“, heißt es auf der Facebook-Seite des Ex-Machthabers.

„Die Person, die zu Ali Abdullah Saleh sagen kann, 'Verlass Dein Land', ist noch nicht geboren – und wird auch nie geboren.“ Zuletzt war spekuliert worden, Saleh könnte angesichts der anhaltenden Luftangriffe der von Saudi-Arabien angeführten Allianz sunnitischer Staaten zugunsten des von der UN anerkannten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi einen politischen Handel anstreben, der ihm und seiner Familie Schutz gewährt.

Mit einem Rückzug Salehs würde eine der zentralen Figuren im Jemen-Konflikt die Bühne räumen. Saleh hatte das Land 33 Jahre lang beherrscht, bevor er im Zuge des Arabischen Frühlings 2012 den Präsidentenposten räumen musste. Schon damals wurde ihm Immunität zugesichert. Er blieb de facto eine der einflussreichsten Personen im Jemen und avancierte zu einem der schärfsten Kritiker seines Nachfolgers Hadi.

Armee-Einheiten, die noch loyal zu ihm stehen, kämpfen an der Seite der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. Diese haben in den vergangenen Monaten große Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Hadi hat sich ins benachbarte Saudi-Arabien abgesetzt.

Staat entgleitet die Kontrolle über das Land

Saudi-Arabien bombadiert Präsidentenpalast im Jemen

Allerdings sind die schiitischen Rebellen seit dem Eingreifen von Irans regionalem Erzrivalen Saudi-Arabien erheblich unter Druck geraten. Das Königreich versucht seit mehreren Wochen gemeinsam mit anderen sunnitische Staaten, mit Luftangriffen die Miliz zurückzudrängen. Inzwischen werden Ziele in 18 der 22 Provinzen des Landes bombardiert. Der Einsatz von Bodentruppen wird nicht ausgeschlossen.

Militärkreisen zufolge haben sich einige Armee-Einheiten, die bislang für Saleh kämpften, auf die Seite Hadis geschlagen. Allerdings gibt es auch Anzeichen, dass dem Staat immer mehr die Kontrolle über das verarmte Land und seine Rohstoffe entgleitet. So übertrug das Militär die Verantwortung für die Sicherheit rund um die größten Ölfelder auf bewaffnete Stämme, wie Mitarbeiter der Ölindustrie und Stammesvertreter der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Für die Zivilbevölkerung wird die Lage immer prekärer. Die Vereinten Nationen forderten fast 275 Millionen Dollar humanitäre Soforthilfe. „Wegen der Gefechte und der Luftangriffe sind Tausende Familien aus ihren Häuser geflohen“, erklärte der für das Land zuständige Koordinator, Johannes Van Der Klaauw. Etwa 7,5 Millionen Menschen benötigten Hilfe.

Nach neuesten Schätzungen der UN-Behörde Ocha sind 150.000 Menschen auf der Flucht, noch mal halb so viele wie zuletzt geschätzt. Bei den Kämpfen seien unter anderem fünf Krankenhäuser, die drei größten Flughäfen des Landes, 15 Schulen, Brücken und Moscheen zerstört worden. Im Zeitraum vom 19. März bis zum 13. April wurden demnach 767 Tote registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen.

  • rtr
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