Allawi will Wahlen über Wochen strecken
Putin rügt Irak-Wahltermin

Der irakische Übergangsministerpräsident Ijad Allawi will die für Ende Januar geplanten Wahlen über mehrere Wochen ausdehnen.

HB BAGDAD/MOSKAU. Wenn die Parlaments- und Regionalwahlen in den verschiedenen Provinzen zu unterschiedlichen Zeiten stattfänden, könnten jeweils genügend Sicherheitskräfte in die Region geschickt werden, sagte er in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der belgischen Zeitung „Le Soir“ und des Schweizer Blattes „Le Temps“. Der Wahltermin 30. Januar stehe aber unverrückbar fest, sagte Allawi.

Der russische Präsident Wladimir Putin kritisierte den geplanten Wahltermin. „Offen gesagt kann ich mir nicht vorstellen, wie man unter einer ausländischen Besatzungsmacht Wahlen organisiert“, sagte Putin bei einem Treffen mit Allawi am Dienstag im Kreml. Vor allem die Zivilbevölkerung leide unter dem gewaltsamen Widerstand gegen die Parlaments- und Regionalwahlen, betonte Putin.

Sprengsätze in armenischer Kirche explodiert

Allawi sicherte Russland eine „führende Rolle“ beim Wiederaufbau seines Landes zu, falls Moskau dem Irak Schulden erlasse. Eine solche Entscheidung werde sich positiv auf irakische Aufträge auswirken. Der irakische Politiker machte der russischen Rüstungsindustrie Hoffnung auf Geschäfte. „Wir wollen unser Verteidigungspotenzial wieder herstellen und den Irak zu einem starken, friedliebenden Land machen“, kündigte Allawi an. Putin bekräftigte die Absicht seiner Regierung, Bagdad 90 Prozent seiner Schulden zu erlassen. Die irakischen Verbindlichkeiten bei Russland belaufen sich nach Medienberichten auf 10 Milliarden US-Dollar (7,5 Milliarden Euro).

Nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija explodierten am Dienstag Sprengsätze in einer armenischen Kirche und in der chaldäischen Bischofskirche in der nordirakischen Stadt Mossul. Opfer gab es nicht. Es entstand aber erheblicher Sachschaden. Rebellen töteten am Dienstag in der Provinz Al-Anbar einen US- Marineinfanteristen. Wie ein Militärsprecher mitteilte, war der Soldat gegen Aufständische rund um die Städte Ramadi und Falludscha im Einsatz. Augenzeugen in Falludscha berichteten über neue US- Luftangriffe auf Verstecke der Kämpfer. In Ramadi wurde laut Polizei die Leiche eines entführten Polizeioffiziers entdeckt.

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