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02.05.2008 

Bleibt die Frage, wie die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission die längerfristigen Inflationsgefahren in der Slowakei bewerten werden. Sie werden dabei einerseits vom äußeren Inflationsdruck ausgehen, der sich vor allem aus den Preissteigerungen bei Öl und Lebensmitteln auf den internationalen Märkten ergibt. Gerade die Preise für Lebensmittel sind ein wichtiges Kriterium, da diese in den täglichen Ausgaben der Bürger eine größere Rolle spielen als in Westeuropa. Wichtig sind aber auch einheimische Faktoren wie die Entwicklung der Löhne, die angesichts der boomenden Wirtschaft steigen, und auch der Einfluss staatlich regulierter Preise.

Für die Entscheidung am 7. Mai dürfte nicht zuletzt die Entwicklung in Slowenien eine wichtige Rolle spielen. Dort hatte sich die Inflation nach der Übernahme des Euros im Jahr 2007 erheblich beschleunigt. Seither haben die europäischen Währungshüter ihre Aufmerksamkeit noch stärker auf das Problem der Preisstabilität gerichtet.

Doch EZB und EU-Kommission müssen auch die politischen Rahmenbedingungen prüfen. „Ihre Stellungnahme wird erhebliche Signalwirkung für die anderen Visegrad-Staaten Polen, Tschechien und Ungarn haben, die ebenfalls perspektivisch den Euro übernehmen wollen“, betont Regina Ovesny-Straka von der Slovenska Sporitelna.

Deutsche Analysten gehen davon aus, dass die Entscheidung positiv ausfällt: „EZB und EU-Kommission werden grünes Licht für die Einführung des Euros 2009 in der Slowakei geben“, betont Gabriele Steck von der Dresdner Bank. Das Land erfülle alle Maastricht-Kriterien und verfüge über eine offene Volkswirtschaft, die eng mit der gesamten Europäischen Union verbunden sei, argumentiert die Analystin.

Gabriele Steck geht auch davon aus, dass die slowakische Nationalbank alles daran setzen werde, die Krone im Vorfeld der Euro-Übernahme so stark wie möglich zu machen, um damit dämpfend auf die Inflation einzuwirken. „Noch vor der Sommerpause wird es eine erneute Anpassung des Referenzkurses der Krone zum Euro geben“, prognostiziert sie.

Für Premier Robert Fico ist die Übernahme des Euros 2009 jedenfalls eine Frage seiner internationalen politischen Glaubwürdigkeit. Und er weiß, dass damit auch das Prestige des Standorts Slowakei für ausländische Direktinvestitionen auf dem Prüfstand steht. Doch innenpolitisch hindert ihn das nicht daran, die Ängste vieler Bürger vor dem „Teuro“ zu instrumentalisieren.

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