„Alles ist möglich“ EZB erwartet Hilferuf Spaniens

Die Anzeichen, dass Spanien unter den Rettungsschirm schlüpfen könnte, mehren sich. Die Frage scheint nur noch zu sein, wann das Land diesen Schritt geht. Gerüchten zufolge könnte es schon am Samstag so weit sein.
Update: 08.06.2012 - 17:54 Uhr 45 Kommentare

Spaniens Hilfsantrag für Banken am Wochenende

Madrid/BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) rechnet inzwischen auch offiziell damit, dass Spanien den Rettungsfonds EFSF anzapfen wird, um seine Banken zu rekapitalisieren. Ein Hilfegesuch Spaniens „wird erwartet“, sagte Vitor Constancio, der Vize-Präsident der EZB am Freitag in Lissabon. „Die Probleme der spanischen Banken werden von den europäischen Behörden analysiert“, erklärte Constancio gegenüber Journalisten. „Es wird erwartet, dass Spanien ein Hilfegesuch formuliert, das exklusiv auf die Rekapitalisierung der Banken abzielt.“

Auf die Frage, ob dieses Gesuch unter Umständen schon am Samstag eingereicht werden könnte, antwortete er: „Alles ist möglich“. Es seien Gespräche geführt worden, jetzt sei es an der spanischen Regierung, eine Entscheidung zu treffen. „Es wird mit einer raschen Entscheidung gerechnet, ich weiß nicht, ob es schon morgen soweit sein wird.“

Ein Hilfsgesuch könnte in der Tat bereits am Samstag kommen, wenn die Euroraum-Finanzminister eine Telefonkonferenz abhalten, berichteten ein deutscher Regierungsvertreter und ein EU- Mitarbeiter, die um Anonymität baten, weil die Angelegenheit vertraulich sei. Die spanische Regierung wies entsprechende Berichte zurück. „Ich weiß nichts über eine solche Telefonkonferenz“, sagte die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Madrid am Freitag.

Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaria stellte klar: „Der IWF und die unabhängigen Prüfer sind dabei, einen Bericht über den Finanzbedarf des Finanzsystems zu erstellen. Wenn diese Zahlen bekannt sind, wird die Regierung ihre Position bekanntgeben.“ Und weiter. "Es gibt keine Entscheidung über dieses Thema. Wir warten auf die Ergebnisse der Prüfungen des IWF und der externen Prüfungsunternehmen.“

Auch die EU-Kommission wollte die Berichte nicht bestätigen. "Wir haben keine Neuigkeiten über eine Anfrage Spaniens bezüglich finanzieller Unterstützung", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel. Wenn aber eine solche Anfrage aus Madrid eintreffe, stünden die "angemessenen Instrumente" wie der Euro-Rettungsfonds zum Einsatz bereit.

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45 Kommentare zu "„Alles ist möglich“: EZB erwartet Hilferuf Spaniens"

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  • Der IWF und die unabhängigen Prüfer sind dabei, einen Bericht über den Finanzbedarf des Finanzsystems zu erstellen

    Nehme an, dass mit den unabhängigen Prüfern Goldmann Sachs gemeint ist, da man ja den Auftrag erhalten hat. Ich frage mich wirklich, was in so einer Situation eine Bank dort als Prüfer zu suchen hat. Gibt es keine unabhängigen Fachleute wie z.B. Professoren? Es gibt sie und warum beauftragt man also nicht wirklich unabhängige Personen?

  • Es gibt keine Untersuchungen, wie hoch der tatsächliche Finanzbedarf ist, woher diese immensen Verschuldungen kommen, wie das Geld jemals zurückbezahlt werden soll, aber man drängt Spanien dazu, ganz schnell über den ESM gerettet zu werden. Hoch lebe die Finanzwirtschaft, die Realwirtschaft hat niemand mehr zu interessieren. Die Politik agiert mit einer Blauäugigkeit, die man einfach nur noch als erschreckend bezeichnen muss!

  • Deutschland wird ausgeplündert. Schuld sind unsere Politiker, die IHR immer wieder wählt. Also beschwert euch nicht und trag es mit Fassung.

  • @sterbende_demokratie
    "Ich gratuliere Ihnen daher nachträglich auch noch zum Karlspreis, der offensichtlich zwischenzeitlich den Orden "wider den tierischen Ernst" abgelöst haben muss!"

    Der Karlspreis ist der Orden für Verrat am deutschen Volk bzw. für herausragende Arbeit zur Abschaffung desselben. Das weis doch mittlerweile jedes Kind.

    1. Preisträger war ein gewisser Graf Richard Nikolaus von Coudenhove-Kalergi, der als erster mit einer paneuropäischen Superstaats-Idee hausieren ging.

  • So so, sie brauchen nur 50 Milliarden.
    Was für ein Witz, Experten schätzten ursprünglich den Finanzbedarf Spaniens auf 434 Milliarden und gingen davon aus, dass der Rettungsfonds nicht reicht. Was hat man gemacht? Spaniens Banken haben Billigkredite der EZB in Höhe von 315 Milliarden bekommen und die spanische Notenbank kam innerhalb weniger Monate bei dem Euro-Verrechnungssystem Target 2 auf das sagenhafte Negativsaldo von -302,840 Milliarden, zu 1 % Zins. Die Notenbank hat den maroden spanischen Banken Geld weitergegeben und jetzt Forderungen von über 260 Milliarden Euro.
    So kommt man an billiges Geld, ganz ohne Troika, ohne Auflagen. Der Rettungsschirm darf dann den Rest finanzieren.
    Die Bundesbank hat dagegen Forderungen von über 600 Milliarden Euro an die EZB aufgebaut, die bei einem Zusammenbruch der Währungsunion wohl futsch wären.

  • Ja, das meine ich auch so, ab in die Sonne und Kopf in den Sand.. Das sind die richtigen..

  • Die Damen und Herren benutzen jetzt eben einen Sonnenschirm als Regenschirm. Think big ist angesagt - machen wirs wie die Amis. Drucken, drucken, drucken .... und immer optimistisch sein . Das erspart das Denken.

  • Wer spannt bald für Deutschland den Rettungsschirm auf?
    Stoppt endlich den auf 698,567 angeschwollenenTarget2 Wahnsinn!
    Dieser Titel passt 10o%tig,denn was hier passiert ist unverantwortlich.Zu lange hat die Bundesregierung dieses Thema vor sich her geschoben.denn sie und nur sie kann diesen unwirklichen Zustand, der Deutschland von innen her aushöhlt beenden, doch das traut sich Frau Merkel auf der europäichen Bühne nicht anzusprechen,der laute Aufschrei der sich dieser billigen Kreditierung bedienenden klammen Schuldenstaaten wäre ihr gewiss,besonders von Spanien und Italien,die sich bei uns geradezu genüsslich bedienen, in der Gewissheit so mit noch mehr Druck auf Deutschland auch andere Forderungen durch zu drücken. Das unsere Kanzlerin nicht ständig an ihren gegebenen Amtseid erinnert werden will verstehe ich ja insbesondere,dass sie unseren Wohlstand im vergleich zur "Restwelt" nicht weiter anheben kann.Doch das sie sehenden Auges inkauf nimmt das Deutschland mit den angeschwollen Target2 Salden auf +698,567 Mrd. Euro zusammen mit den vielen anderen eingegangenen Verpflichtungen mit weit über 1Billion Euro im Hochrisiko steht,ist für mich eine eklatanter Bruch ihres Amtseides,der da lautet "Schaden vom deutschen Volk zu wenden"!!!
    Heiner Hannappel
    Raiffeisenstrasse 63
    Tel: 026122287
    E-mail heiner.hannappel@gmx.de

  • Kann man auch anders sehen. Es haben doch alle alles richtig gemacht, wie sterbende_demokratie auch richtig bemerkt hat. Sind erstmal die anderen Euroländer pleite, was ja auch eigentlich falsch ist, die Banken der Länder sind pleite, kann man als letzter Pleitestaat, zum Beispiel Deutschland, die Maßstäbe der "Erneuerung" bestimmen. Politik ist Strategie, und das Tun der Banken und alles was da hinterher kommt, ist ebenfalls Strategie.
    Der Rettungsschirm ist der Ausverkauf der Südländer. Und die Spanier sind auch nicht blöd, zumindest nicht blöder als andere. Wenn diese sich diesem "Spiel" verweigern, müssen sich vielleicht tatsächlich diese ganz schlauen Leute, die den weiteren Ausverkauf im Auge haben, mal Gedanken machen.
    Spanien könnte diese Bankia verstaatlichen, Südamerika tut "sowas" schon partiell. Schweden und Island könnten auch die besseren Lehrmeister sein.
    Es wäre schön, wenn Spanien sich hier positiv bemerkbar machen würde, viel Hoffnung habe ich zwar nicht, aber davon leben ja ganze Märkte.

  • 2008 habe ich schon gesagt Game Over, nun wursteln wir uns schon 4 Jahre durch die Krise und können locker noch 10 Jahre durchhalten bis Europa in Flammen steht. Spanien ist erledigt, die Spanier können sich schon mal überlegen was sie in 3 Jahren wählen wollen. Die Märkte werden dann bei Frankreich sein und Italien da heute wo Spanien ist. Viel Spass
    MfG
    PS: Wer rettet Deutschland dann noch, mit 10 Bill Schulden für das der Steuerzahler haftet.

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