„Alles ist möglich“: EZB erwartet Hilferuf Spaniens

„Alles ist möglich“
EZB erwartet Hilferuf Spaniens

Die Anzeichen, dass Spanien unter den Rettungsschirm schlüpfen könnte, mehren sich. Die Frage scheint nur noch zu sein, wann das Land diesen Schritt geht. Gerüchten zufolge könnte es schon am Samstag so weit sein.
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Madrid/BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) rechnet inzwischen auch offiziell damit, dass Spanien den Rettungsfonds EFSF anzapfen wird, um seine Banken zu rekapitalisieren. Ein Hilfegesuch Spaniens „wird erwartet“, sagte Vitor Constancio, der Vize-Präsident der EZB am Freitag in Lissabon. „Die Probleme der spanischen Banken werden von den europäischen Behörden analysiert“, erklärte Constancio gegenüber Journalisten. „Es wird erwartet, dass Spanien ein Hilfegesuch formuliert, das exklusiv auf die Rekapitalisierung der Banken abzielt.“

Auf die Frage, ob dieses Gesuch unter Umständen schon am Samstag eingereicht werden könnte, antwortete er: „Alles ist möglich“. Es seien Gespräche geführt worden, jetzt sei es an der spanischen Regierung, eine Entscheidung zu treffen. „Es wird mit einer raschen Entscheidung gerechnet, ich weiß nicht, ob es schon morgen soweit sein wird.“

Ein Hilfsgesuch könnte in der Tat bereits am Samstag kommen, wenn die Euroraum-Finanzminister eine Telefonkonferenz abhalten, berichteten ein deutscher Regierungsvertreter und ein EU- Mitarbeiter, die um Anonymität baten, weil die Angelegenheit vertraulich sei. Die spanische Regierung wies entsprechende Berichte zurück. „Ich weiß nichts über eine solche Telefonkonferenz“, sagte die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Madrid am Freitag.

Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaria stellte klar: „Der IWF und die unabhängigen Prüfer sind dabei, einen Bericht über den Finanzbedarf des Finanzsystems zu erstellen. Wenn diese Zahlen bekannt sind, wird die Regierung ihre Position bekanntgeben.“ Und weiter. "Es gibt keine Entscheidung über dieses Thema. Wir warten auf die Ergebnisse der Prüfungen des IWF und der externen Prüfungsunternehmen.“

Auch die EU-Kommission wollte die Berichte nicht bestätigen. "Wir haben keine Neuigkeiten über eine Anfrage Spaniens bezüglich finanzieller Unterstützung", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel. Wenn aber eine solche Anfrage aus Madrid eintreffe, stünden die "angemessenen Instrumente" wie der Euro-Rettungsfonds zum Einsatz bereit.

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  • Der IWF und die unabhängigen Prüfer sind dabei, einen Bericht über den Finanzbedarf des Finanzsystems zu erstellen

    Nehme an, dass mit den unabhängigen Prüfern Goldmann Sachs gemeint ist, da man ja den Auftrag erhalten hat. Ich frage mich wirklich, was in so einer Situation eine Bank dort als Prüfer zu suchen hat. Gibt es keine unabhängigen Fachleute wie z.B. Professoren? Es gibt sie und warum beauftragt man also nicht wirklich unabhängige Personen?

  • Es gibt keine Untersuchungen, wie hoch der tatsächliche Finanzbedarf ist, woher diese immensen Verschuldungen kommen, wie das Geld jemals zurückbezahlt werden soll, aber man drängt Spanien dazu, ganz schnell über den ESM gerettet zu werden. Hoch lebe die Finanzwirtschaft, die Realwirtschaft hat niemand mehr zu interessieren. Die Politik agiert mit einer Blauäugigkeit, die man einfach nur noch als erschreckend bezeichnen muss!

  • Deutschland wird ausgeplündert. Schuld sind unsere Politiker, die IHR immer wieder wählt. Also beschwert euch nicht und trag es mit Fassung.

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