Alliierten-Status gewährt
USA auf Schmusekurs zu Pakistan

Wenn es nach dem Willen der USA geht, dann würde Pakistan einen leichteren Zugang zu Waffen erhalten - und zwar dann, wenn das islamistische Land den Status eines Allierten außerhalb der Nato zugestanden bekommen würde. Und das ist der ausdrückliche Wunsch der Vereinigten Staaten. Das erklärte US-Außenminister Colin Powell am Donnerstag bei seinem Besuch in Pakistan.

HB ISLAMABAD. Das Land gehört zu den Verbündeten der USA im Kampf gegen die radikal-islamische Taliban und die extremistische El Kaida, deren Mitglieder im Grenzgebiet zu Afghanistan Unterschlupf gefunden haben. Die Zusammenarbeit war ein Thema bei den Gesprächen zwischen Powell und pakistanischen Regierungsmitgliedern. Daneben ging es um Fragen der Weiterverbreitung von Atomtechnologie und um die Beziehungen zwischen Pakistan und Indien.

Der Alliierten-Status bedeutet, dass Pakistan künftig leichter US-Waffen erwerben und Waffenkäufe über die USA finanzieren kann. Außerdem kann das Land Munition aus abgereichertem Uran bekommen, US-Militärausrüstungen auf seinem Gebiet lagern und die Ausbildung seines Militärs zu günstigen Bedingungen erhalten. Im Gegensatz zu den Nato-Verbündeten beinhaltet diese Allianz aber keine gegenseitige Beistandsverpflichtung. Andere Länder, die diesen Status bereits genießen, sind Ägypten, Australien, Israel, Japan, Südkorea, Neuseeland, Jordanien, Argentinien, Bahrain, die Philippinen und Thailand.

Die USA hatten sich bei Waffenlieferungen an Pakistan wegen dessen Atomprogramms bislang zurückgehalten. Nach einem pakistanischen Atomwaffentest im Jahr 1998 verhängten sie sogar Sanktionen gegen das Land, die inzwischen aber wieder aufgehoben wurden. Aufklärung verlangen die USA darüber, inwieweit staatliche Institutionen Pakistans von der Weitergabe von Atomtechnologie an Libyen, Iran und Nordkorea gewusst hatten. Die pakistanische Regierung hatte erklärt, die Weitergabe habe der Wissenschaftler Abdul Qadeer Khan allein zu verantworten. Powell stellte dies in Frage und verlangte eine weitere Aufklärung. Pakistans Außenminister Khursheed Mehmood Kasuri sagte den USA zu, die Weiterverbreitung zu unterbinden und alle Informationen darüber an die USA weiterzugeben.

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