Als Bauernsohn aufgewachsen
US-Ökonom und Wohlfahrtsstaat-Prophet Galbraith ist tot

Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler John Kenneth Galbraith, der als einer der weltweit einflussreichsten Ökonomen mehrere US-Präsidenten beriet, ist tot. Er starb nach Angaben seiner Familie am Samstag im Alter von 97 Jahren in Cambridge (Bundesstaat Massachusetts).

HB NEW YORK. Stets hatte sich der Linksliberale für eine soziale Marktwirtschaft eingesetzt und sich um die Belange der breiten Massen und der sozial Schwachen bemüht. Galbraith, der mit US-Präsident John F. Kennedy befreundet war, verstand es hervorragend, komplizierte ökonomische Zusammenhänge selbst Laien verständlich zu machen. Der Nobelpreis blieb ihm allerdings vorenthalten.

Galbraith hatte Jahrzehnte lang an der amerikanischen Prestigeuniversität Harvard gelehrt und propagierte in fast drei Dutzend Fachbüchern, Romanen und zahllosen Magazin- und anderen Publikationen den Wohlfahrtsstaat und staatliche Wirtschaftsinterventionen. Der Staat sollte mehr für die Armen, für das Erziehungs- und Ausbildungswesen und für den Umweltschutz tun, war sein Credo. Galbraith, ein Zweimeter-Mann, griff die mächtigen amerikanischen Großkonzerne an und hielt die Gewerkschaften für ein wichtiges Gegengewicht. Scharf kritisierte er die mit Hilfe pausenloser Werbung angeheizte amerikanische Konsumgesellschaft. Zu seinen Hauptwerken gehören „The Affluent Society“ (Gesellschaft im Überfluss). Dass Buch war 1958 erschienen und brachte Galbraith weltweiten Ruhm. „The New Industrial State“ (Die moderne Industriegesellschaft) und „The Good Society“ (Die Solidarische Gesellschaft) waren weitere wichtige Bücher. In „American Capitalism“ und „The Great Crash“ beschrieb er den Börsenkrach des Jahres 1929. 1987 warnte er, Vergleiche mit 1929 ziehend, vor einem neuen Börsenkrach, der sich prompt einstellte.

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