Als Beduine verkleidet
Hussein-Stellvertreter Ramadan gefasst

Einer der wichtigsten Vertreter des früheren Saddam-Regimes im Irak ist gefasst. Nach Meldungen des arabischen TV- Senders El Dschasira vom Dienstag wurde der langjährige Stellvertreter von Ex-Präsident Saddam Hussein, Vizepräsident Taha Jassin Ramadan el Dschasrawi, am Vortag in der nordirakischen Stadt Mosul festgenommen.

HB/dpa/rtr BAGDAD. Mitglieder der Patriotische Union Kurdistans hätten den 65- Jährigen, der aus Mosul stammt und der sich als Beduine verkleidet habe, gestellt. Er sei mit einem Hubschrauber in ein US-Gefängnis in Bagdad gebracht worden, berichtete El Dschasira. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums bestätigte am Dienstag in Washington, dass der ehemalige Stellvertreter Saddam Husseins den US-Truppen übergeben worden sei.

Der 65-jährige Ramadan galt als Hardliner im Regime von Saddam Hussein und war lange Jahre dessen rechte Hand. Er steht an 20. Stelle der 55 meistgesuchten Iraker. Er war neben Saddam eines der am längsten amtierenden Mitglieder im Revolutionären Kommdorat, dem einstigen Machtzentrum. Ramadan war außerdem Kommandeur der Volksarmee.

Ihm werden mehrere Kriegsverbrechen zur Last gelegt. Dazu gehören unter anderem der Überfall auf Kuwait im Jahr 1990. Ramadan soll außerdem an der blutigen Niederschlagung der Schiiten-Aufstände im Jahr 1991 sowie am Giftgasangriff auf die kurdische Stadt Halabscha 1988 beteiligt gewesen sein.

Ramadan sei bereits am Montagabend in Mossul in enger Zusammenarbeit der Bewohner mit politischen Gruppen gefasst worden, sagte Adel Murad von der Patriotischen Union Kurdistans (PUK). Ein PUK-Sprecher in London ergänzte, Angehörige der PUK hätten Ramadan später nach Sulaimanija gebracht.

Die PUK ist eine von zwei kurdischen Parteien, die während des Irak-Kriegs im Norden des Landes zusammen mit den US-Truppen gegen die Armee des mittlerweile gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein kämpften. Ramadan stammt aus dem Gebiet um Mossul und galt als einer der radikalsten Vertreter aus Saddams Führungsmannschaft. Ihm wird vorgeworfen, in Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei militärischen Strafaktionen gegen die Schiiten im Süden des Landes und gegen die Kurden im Norden verwickelt gewesen zu sein.

Ramadans Festnahme dürfte Spekulationen anheizen, dass die US-Truppen auch Saddam selbst bald fassen könnten. Dessen Söhne Udai und Kusai wurden bei einem Gefecht mit US-Soldaten getötet.

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