Das ist durchaus im Sinn der chinesischen Regierung, die ihre Industrie endlich aus der Schmuddelecke der Billigheimer holen will. Daher komme der Führung in Peking die Subprime-Krise vielleicht gar nicht so ungelegen, schätzt ein Banker in Schanghai. Gleiches gelte für die Abkühlung der Börsen, die schwer eingebrochen sind, weil die Anleger durch die Finanzkrise nervös wurden.
Ähnliches gilt für das angepeilte Wirtschaftswachstum Chinas. „Jetzt wird das Ziel, das Wirtschaftswachstum deutlich zu drücken, vielleicht endlich mal wahr“, sagt der Finanzexperte. Chinas Führung will das Wachstum von zuletzt 11,4 Prozent auf acht Prozent abbremsen, nachdem in den vergangenen sechs Jahren das Bruttoinlandsprodukt jeweils zweistellig zulegte, weil alle Dämpfungsmaßnahmen verpufften.
Auch innenpolitisch versucht die Regierung die Folgen der US-Hypothekenkrise zu nutzen. Die Auswirkungen seien sehr besorgniserregend und könnten Chinas Aufschwung gefährden, sagte im März Premier Wen Jiabao. China versuche nun für hausgemachte Probleme – vor allem die hohe Inflation - fremde Mächte verantwortlich zu machen, kommentierte dies ein Analyst.
Die entscheidende Frage ist, ob China es schafft, eine Balance zwischen Wachstum und Inflationsbekämpfung, zwischen Exporten und Inlandsnachfrage zu finden. Gelinge dies, stellt die Weltbank fest, sei China für die Auswirkungen der Finanzkrise bestens gerüstet. Das Land bleibe damit Wachstumspool der Weltwirtschaft, werde mehr und mehr zum Gegengewicht zu den schwächelnden Industriestaaten.
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