Als Soldat verkleidet
Jüdischer Extremist tötet israelische Araber

Ein radikaler jüdischer Israeli hat im Norden des Landes das Feuer in einem Bus eröffnet und vier israelische Araber erschossen. Mindestens zwölf Fahrgäste wurden verletzt. Eine wütende Menschenmenge brachte den Schützen nach seiner Bluttat um.

HB JERUSALEM. Die Bluttat ereignete sich in der Ortschaft Schfaram, in der vor allem israelische Araber leben. Eine Augenzeugin berichtete, der Mann habe eine Uniform der israelischen Armee getragen und während der Fahrt neben dem Busfahrer gestanden. Als der Bus das arabische Viertel der Stadt erreichte, habe der Mann das Feuer eröffnet und minutenlang geschossen. Ein Angestellter eines Sicherheitsdienstes habe ihn schließlich überwältigen können.

Nach den Schüssen wurde der Schütze von einer wütenden Menge angegriffen. Die Zeitung "Haaretz" berichtete, die Polizei habe den Angreifer zunächst noch vor hunderten von aufgebrachten Anwohnern schützen wollen, sich dann aber zurückgezogen. Die aufgebrachten Anwohner hätten den Bus, in dem sich der Mann befand, zunächst mit Steinen und Flaschen beworfen und ihn kurz darauf gelyncht.

Der bärtige Attentäter stammte aus der Siedlung Tapuach im Westjordanland. Bis vor zwei Monaten habe er in den Streitkräften gedient, habe dann aber den Befehl verweigert und wurde seither als Deserteur betrachtet, meldete das israelische Fernsehen. Sein Vater berichtete, sein Sohn sei weggelaufen, als er den Marschbefehl zur Räumung des Gazastreifens erhalten habe.

Wie "Haaretz" weiter schreibt, gilt die Heimatsiedlung des Täters als Hochburg der extremistischen jüdischen "Kach"-Bewegung. Er sei Mitglied der Organisation gewesen, die von dem rassistischen Rabbiner Meir Kahane gegründet worden war. Kahanes Ziel war die Vertreibung der Palästinenser aus dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland. Er wurde 1990 in New York ermordet.

Die israelische Polizei verlegte nach der Mordtat hunderte Beamte in den Norden des Landes. Viele der Polizisten wurden mit Transporthubschraubern der Armee aus dem Gazastreifen und aus Jerusalem in die Region verlegt, um Zeit zu sparen. Inzwischen patroullieren die Sicherheitskräfte mit Wasserwerfern, Pferden und Hubschraubern, um Ausschreitungen zu verhindern. Die israelische Armee in den Palästinensergebieten wurde in Alarmbereitschaft versetzt.

In der Vergangenheit hat es bereits mehrere Angriffe jüdischer Extremisten auf Araber gegeben. Der blutigste war 1994 der des Siedlers Baruch Goldstein, der 1994 bei Hebron 29 muslimische Pilger auf dem Gelände der Gedenkstätte für Abrahams Grab erschossen hatte.

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