Alter Streit neu entfacht
Briten wehren sich gegen Patrouillenboot vor Gibraltar

Spanien fordert die Enklave Gibraltar von den Briten zurück – der Brexit erhöht die Brisanz des Themas. Nun gibt es Ärger um ein spanisches Marineboot. Es soll sich unerlaubterweise dem Affenfelsen genähert haben.
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MadridPure Provokation oder einfach nur Pech? Das britische Gibraltar meldet, dass ein Patrouillenschiff der spanischen Marine in seine Gewässer vorgedrungen sei. Die territoriale Verwaltung berichtete am Dienstag auf Twitter von dem Fall. Es handele sich um das spanische Schiff „Infanta Cristina“.

Was eigentlich kaum eine Meldung wert ist, gewinnt angesichts der jüngsten Brexit-Debatten an Brisanz. So gibt es im Zuge des geplanten EU-Austritts der Briten auch Spannungen zwischen der britischen Regierung und der EU, wie mit dem Überseegebiet in Zukunft umgegangen wird.

Spanien, das die Rückgabe der Souveränitätsrechte über Gibraltar seit Jahrzehnten fordert, erkennt die territorialen Gewässer der Enklave mit 32.000 Einwohnern an der Südspitze der iberischen Halbinsel, die 1713 Großbritannien zugesprochen wurde, nicht an. Ein Sprecher des spanischen Außenministeriums erklärte, dass die „Infanta Cristina“ auf einer Routinefahrt durch landeseigene Gewässer gewesen sei. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums ergänzte, es habe sich um keine andere Patrouille als die wöchentlich Übliche gehandelt. Die Straße von Gibraltar wird dabei auf verdächtige Schiffe kontrolliert, bei der Überwachung geht es beispielsweise um Boote von Menschen- oder Drogenschmugglern.

Nach Angaben der Vertretung in Gibraltar sind die Spanier in diesem Jahr bereits zum siebten Mal in die Gewässer eingedrungen. Ein Schiff der britischen Marine habe das spanische Schiff zur Umkehr gedrängt. Großbritannien fühlt sich durch Spanien und die Europäische Union vor den Kopf gestoßen, weil Spanien bei allen Gibraltar betreffenden Brexit-Entscheidungen ein Veto-Recht eingeräumt werden soll.

Bereits am Montag warf der spanische Außenminister Alfonso Dastis Großbritannien vor, in der Gibraltar-Frage die Fassung zu verlieren. Er bezog sich damit auf Aussagen des führenden britischen Konservativen Michael Howard, der am Sonntag gegenüber der BBC den Einsatz von Kriegsschiffen nicht ausgeschlossen hatte. Sein Kommentar wurde von englischen Oppositionspolitikern verurteilt, in Madrid löste er Befremden aus. „Die spanische Regierung ist ein wenig überrascht über den Ton, der in England angeschlagen wird, einem Land, das traditionell für die Wahrung seiner Fassung bekannt ist“, sagte Außenminister Alfonso Dastis.

Der britische Außenminister Boris Johnson erklärte am Montag auf einem Treffen der europäischen Außenminister in Luxemburg, dass der Status von Gibraltar ausschließlich von seinen Einwohnern und den Bürgern Großbritanniens geändert werden könne.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Die Briten haben den Felsen im Vertrag von Utrecht anno 1713 von den Spaniern erhalten. Und die hannöverschen Bataillone haben diesen Felsen über vier Jahre gegen Spanier und Franzosen verteidigt (1779 bis 1783)....

    Dafür erhielten diese Soldaten und ihre Regimentsnachfolger als Dank ein Ärmelband namens "Gibraltar". Inzwischen haben wir das Ärmelband auch nicht mehr (warum eigentlich nicht?), aber die Briten sitzen dort immer noch.

  • @Reiner Blumenhagen
    Weil es die spanische Regierungspolitik selbst gesagt hat.

  • Rule Britannia, Britannia rule the waves!

    Britons never, never, should be slaves.

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