Alternativer Nobelpreise
Geehrte Globalisierungskritiker

David Lange, der frühere neuseeländische Premierminister, erhält den „Alternativen Nobelpreis“ für seinen „beharrlichen Kampf über viele Jahre für eine von Atomwaffen freie Welt ausgezeichnet". Das teilte die Jury in Stockholm am Donnerstag mit.

HB STOCKHOLM. Lange erhält den nicht dotierten Ehrenpreis der „Stiftung für richtiges Leben“ (Right Livelihood Foundation). Die anderen drei Preise mit einer Dotierung von zusammen 2 Mill. Kronen (220 000 €) gehen an Preisträger von den Philippinen, aus Südkorea sowie Ägypten.

Lange machte international Schlagzeilen, als die von ihm geführte Regierung 1984 alle mit Atomwaffen ausgerüsteten Schiffe und Flugzeuge von neuseeländischem Territorium verbannte. Er war von 1984 bis 1989 Regierungschef in Wellington.

Die philippinischen Menschenrechtler Walden Bello und Nicanor Perlas werden für ihren Einsatz als Globalisierungskritiker ausgezeichnet. Der 1945 geborene Bello gilt als profiliertester Globalisierungskritiker in Asien und wurde in den achtziger Jahren bekannt, als er gegen Kredite der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds an das Marcos-Regime auf den Philippinen protestierte. Auch der fünf Jahre jüngere Perlas begann seine politischen Aktivitäten im Kampf gegen die Diktatur unter Marcos. Er leitet heute ein Zentrum zur Förderung alternativer demokratischer Initiativen.

Aus Südkorea wird die „Bürgerkoalition für wirtschaftliche Gerechtigkeit“ geehrt, die neben neben dem Kampf um soziale Gerechtigkeit auch für die Versöhnung mit Nordkorea arbeitet. Sie wurde 1989 vor allem mit Blick auf krasse Ungerechtigkeiten bei der wirtschaftlichen Entwicklung Südkoreas gegründet und setzt sich mit inzwischen 35 000 Mitgliedern auch für Umweltschutz und demokratische Strukturreformen ein.

Das ägyptische Agrar-Unternehmen SEKEM und sein Gründer Ibrahim Abouleish erhalten einen Alternativen Nobelpreis für die Ausbreitung biodynamischer Anbaumethoden. SEKEM hält beim Anbau „Demeter- Standards“ ein und produziert neben Bio-Lebensmitteln und Kräutertees auch Öko-Textilien aus ägyptischer Baumwolle, die unter anderem nach Deutschland und in die Schweiz exportiert werden.

Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 nach einer Stiftung des Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll für Leistungen beim Umweltschutz, der Friedenssicherung und der Bekämpfung von Armut und sozialer Ungleichheit vergeben. Die diesjährigen Preisträger erhalten ihre Auszeichnungen am 8. Dezember in Stockholm. Einen Tag später sind sie Gäste der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin.

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