Altersarmut
Streit um verarmte Rentner geht weiter

In den nächsten knapp zwei Jahrzehnten wird die Zahl verarmter Rentner auf über eine Million anwachsen. Doch das Konzept dagegen von Bundesarbeitsministerin von der Leyen sei „nicht zu machen“, sagen ihre Gegner.
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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat ihre Pläne zur Vermeidung von Altersarmut verteidigt. „Ohne Zuschussrente würden wir dann jedes Jahr zigtausende Menschen nach einem Arbeitsleben voller Fleiß und Beitragszahlung direkt zum Sozialamt schicken, weil ihre Rente zum Leben nicht reicht“, sagte die CDU-Politikerin der „Bild“-Zeitung.

Ihre Vorschläge seien mit Finanzminister Schäuble durchgerechnet, so von der Leyen - „wir sind uns einig“. Was der Finanzminister im Haushalt bei der Grundsicherung für Rentner spare, fließe in die Finanzierung der Zuschussrente.

Der Wirtschaftsflügel der Union lehnt die Pläne von der Leyens jedoch ab. „Frau von der Leyen weiß, dass die Pläne für eine Zuschussrente mit der FDP so nicht zu machen sind - aber auch nicht mit dem Wirtschaftsflügel der Union, den ich zu vertreten habe“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), der „Passauer Neuen Presse“.

Wer wenig einzahle, erhielte nach den Plänen für eine Zuschussrente für Geringverdiener von bis zu 850 Euro im Monat mehr aus der Rentenkasse. „Das ist nicht gerecht und leert die Rentenkasse zusätzlich.“

Von der Leyen wies dagegen auf die sich abzeichnende rasche Zunahme der Altersarmut hin. Noch sei diese „nur ein kleines Problem“. Aber: „2014 wären es schon 90 000 Menschen, 2030 bereits 1,3 Millionen.“ Von der Leyen will dem Bericht zufolge mit der Zuschuss-Rente auch Missbrauch vorbeugen: „Eine Floristin wird nach 35 Jahren Vollzeitarbeit keine Rente erreichen, von der sie leben kann, und muss am Ende zum Amt wie jemand, der in der Zeit auf der faulen Haut gelegen hat. Das ist ungerecht. Irgendwann wird sie sich fragen: Warum nicht gleich schwarz arbeiten und auf private Vorsorge verzichten?“

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Auch SPD legt Konzepte gegen Altersarmut vor

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  • Das wird nur in Ihrem Wolkenkuckucksheim funktionieren !
    Mal ganz davon abgesehen das Ihr Vorschlag zynisch und staats- bzw. bürgerverachtend ist, es gibt nämlich nicht genug Arbeitsplätze. Ein zusätzlich verstärkter Konkurrenzkampf um die wenigen freien Arbeitsplätze ließe im Schnitt das Einkommen bei fast allen anderen existierenden Arbeitsplätzen mittel- bis langfristig noch weiter real absinken.
    Bravo, ein typisch erz-neoliberaler Vorschlag also !

    Wenn Sie im Bereich der Sozialpolitik, also der Grundsicherungsthematik, z. B. amerikanische Verhältnisse bevorzugen, dann sollten Sie sich in diesem Zusammenhang auch die Kosten für deren notwendige innere Sicherheit anschauen. Was einerseits an Sozialkosten eingespart werden würde, muss auf der anderen Seite in privaten Sicherheitsschutz, Polizei, Justiz einschließlich einer extremen Aufblähung von Gefängnisverwaltungen und -neubauten hinein gesteckt werden. Was wäre also durch so eine Kostenumverteilung erreicht worden, außer einer extremen Verelendung großer Teile der Gesellschaft ?! In den USA sitzen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung ein mehrfaches an Strafgefangenen in Gefängnissen ein als hier in Deutschland. Warum wohl ? Nicht vergessen sollte man dabei auch, wo es verstärkt straffällige Menschen gibt, gibt es natürlich auch vermehrt Opfer unter den Menschen. Wollen Sie das Risiko, selbst einmal Opfer oder vielleicht Täter zu werden, um ein vielfaches erhöhen, oder was bezwecken Sie mit Ihrem nicht bis zum Ende gedachten Vorschlag ? Sollten Sie aber zur 10 % Oberschicht gehören, dann ist Ihre Idee mir vollkommen einleuchtend !

  • [+++Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht+++]

  • @Alfred_Neumann

    und wovon sollen die Kinder finanzieren??? Etwa von seit 15 Jahren sinkenden Reallöhnen in DE bei steigenden Kosten??? Etwa von Minijobs, prekärer Beschäftigung, Zeitarbeit, befristeten Kettenverträgen, Dauerpraktika, Niedriglohn????

    denken sie mal darüber nach, warum man wohl immer weniger Kinder in Europa bekommt!

    Das Geld landet nur noch bei den Vermögenden. Die Arbeitnehmer werden von allen Seiten in die Zange genommen. Da ist kein Geld mehr übrig bei vielen.

    oder sollen die dann Kinderzuschläge und ergänzend Hartz nehmen, um Kinder zu finanzieren???

    von mir wird dieses Land auch niemals ein Kind sehen--- das nicht mehr steigende Taschengeldeinkommen reicht für genau eine Person.

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