Altschulden
Argentinien bleibt im Streit mit Gläubigern hart

Argentinien hat sich immer noch nicht auf eine Rückzahlung von Altschulden an Hedgefonds eingelassen und sucht internationale Unterstützung. Das gefürchtete Urteil der Ratingagenturen rückt aber immer näher.
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New York/Buenos AiresAuch wenige Tage vor der drohenden Staatspleite bleibt Argentinien im Streit mit Gläubigern über alte Milliardenschulden hart. Man wolle nur darüber verhandeln, wenn bereits vereinbarte Rückzahlungen nicht berührt werden, bekräftigte Wirtschaftsminister Axel Kicillof am Mittwochabend (Ortszeit) in New York. Seine Regierung habe von der US-Justiz „gerechte und ausgewogene“ Bedingungen für Verhandlungen mit den klagenden Hedgefonds verlangt.

Argentinien streitet mit Investoren um Altschulden aus der Staatspleite von 2001. Eine Gruppe von Gläubigern, angeführt vom New Yorker Hedgefonds NML Capital aus dem Elliott-Imperium des US-Milliardärs Paul Singer, hatte den Schuldenschnitt aus den Jahren 2005 und 2010 nicht mitgemacht. Nach einem inzwischen vom Obersten Gerichtshof bestätigten Urteil des New Yorker Richters Thomas Griesa dürfen die Hedgefonds auf Rückzahlung von Forderungen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar (derzeit 1,1 Mrd Euro) bestehen.

Sein Land sei bereit, guten Willens zu verhandeln, brauche aber mehr als drei Tage Zeit hierfür, sagte Kicillof. In einem Schreiben des Rechtsanwalts von NML Capital hatte es geheißen, der Termin mit den umgeschuldeten Gläubigern könne über den 30. Juni problemlos um einen vertraglich vorgesehenen Gnadenmonat vertagt werden. Falls guten Willens verhandelt werde, könne dann immer noch die Auszahlung an die Umschuldungspartner freigegeben werden. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ vom Donnerstag lehnte ein US-Gericht allerdings eine entsprechende Bitte Argentiniens ab, mehr Zeit für Gespräche mit den Gläubigern zu erhalten.

Am kommenden Montag könnten wegen des Richterspruchs Zinszahlungen über 900 Millionen Dollar ausfallen. Damit droht dem Land seitens der Ratingagenturen das Urteil „Zahlungsausfall“ („Default“).

Argentinien fürchtet, dass nach den geforderten 1,5 Milliarden Dollar weitere Bondsbesitzer nicht umstrukturierter Schulden 15 Milliarden Dollar verlangen. Zudem könnten sich bei voller Auszahlung der Forderungen der Hedgefonds die Inhaber umgeschuldeter Bonds auf eine bis Ende 2014 gültige Klausel berufen, die die Gleichbehandlung der Gläubiger regelt. Dies würde Kicillof zufolge zusätzliche Forderungen von 120 Milliarden Dollar bedeuten.

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„Unverantwortliches Verhalten“

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