Am Boden
Gewaltgebeutelter Badeort Acapulco ist pleite

Einst ein weltbekanntes Ferienparadies, wird der mexanische Badeort von gewalttätigen Drogenbanden geplagt. Nun hat Acapulcos neuer Bürgermeister aber auch mit Schulden zu kämpfen. Die Stadt ist pleite.
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Mexiko StadtDie Touristenmetropole Acapulco an der mexikanischen Pazifikküste ist pleite. Der vor zwei Monaten ins Amt gekommene linksgerichtete Bürgermeister Luis Walton erklärte die Stadt am Dienstag für "technisch bankrott" und forderte die Zentralregierung in Mexiko-Stadt auf, Acapulco beizustehen.

„Die Regierung muss in Acapulco investieren, dass wir aus dieser Situation herauskommen. Sonst kommen wir aus dieser Situation nicht heraus“, sagte Bürgermeister Walton an einer Pressekonferenz. „Das ist ein ökonomisches Desaster“, sagte Walton, der das Bürgermeisteramt vor einem Monat übernommen hatte, dem Sender FoxNews zufolge.

Walton machte seinen Amtsvorgänger Manuel Añorve von der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) mitverantwortlich für den Zustand der städtischen Finanzen. Dieser räumt ein, die Zahl der städtischen Bediensteten von 7920 auf 8168 erhöht zu haben.

Walton bezifferte den Schuldenstand Acapulcos auf umgerechnet rund 130 Millionen Euro. In der Amtszeit Añorves wurden 223 neue Polizisten eingestellt. Die Stadt hat sich zum Schauplatz zahlreicher Gewalttaten im Krieg der mexikanischen Drogenkartelle entwickelt.

„Jetzt, da wir so viele Probleme haben, müssen wir uns um finanzielle Probleme kümmern, das ist wirklich bedauerlich“, so der Bürgermeister.


Die Anstrenungen, der Gewalt Herr zu werden, haben bis jetzt keine Früchte getragen. Im Mai war der inzwischen abgewählte Präsident Mexikos, Felipe Calderon, in den Badeort gereist, um ein neue Kampagne gegen die Gewalt zu starten. „Alle für Acapulco“ hat zum Ziel, der Gewalt der Drogenbanden ein Ende zu setzen.

Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Am Boden: Gewaltgebeutelter Badeort Acapulco ist pleite"

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  • ..nichts ist wie es scheint ...

    Der amerikanische Geschichtsprofessor Alfred W. McCoy hat diese Vorgänge detailliert in seinem Buch „The Politics of Heroin. CIA Complicity in the Global Drug Trade“ beschrieben. Die CIA versuchte vor Erscheinen des Buchs 1972 durch Druck auf McCoys Verlag Harper & Row Einfluss auf das Manuskript zu erhalten. Der bekannte Enthüllungsjournalist Seymour Hersh veröffentlichte einen Artikel über diesen Zensurversuch in der Washington Post, woraufhin McCoy über Nacht landesweit bekannt wurde. Er sagte vor mehreren US-Kongressausschüssen zu seinen Nachforschungen aus, sein mehrfach überarbeitetes und um aktuelle Vorgänge erweitertes Buch gilt heute als Standardwerk.

    Der Enthüllungsjournalist Gary Webb veröffentlichte 1996 seine Artikelserie Dark Alliance, in der er den Schmuggel von Kokain durch nicaraguanische Contra-Rebellen in die USA belegte, die mit den Erlösen ihren Contra-Krieg gegen die Sandinisten finanzierten. Die von ihm behauptete Duldung und Mitwisserschaft der CIA führte zu einem Skandal in den USA. In Teilen stützte sich Webb auf die Ergebnisse einer Untersuchungskommission unter Senator John Kerry 1986. Zwei interne Untersuchungen der CIA belegten später seine Behauptungen.

    aktueller

    http://www.propagandafront.de/180320/insider-cia-orchestrierte-staatlichen-waffen-und-drogenhandel-mit-mexikanischen-kartellen.html

  • Schade um Aca, ich war dort. Wunderschoen! Aber ein mex. Bekannter hat allen abgeraten, momentan nach Mexiko zu reisen. In Afghanistan sei man sichererer.

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