Am Rande der D-Day-Feiern
Putin trifft Poroschenko

Zeichen der Annäherung: Kremlchef Putin und sein designierter ukrainischer Amtskollege Poroschenko haben sich erstmals getroffen – am Rande der D-Day-Feiern in der Normandie. Merkel soll dabei eine Rolle gespielt haben.
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OuistrehamRusslands Präsident Wladimir Putin und sein neu gewählter ukrainischer Kollege Petro Poroschenko haben in der französischen Normandie erstmals ein Gespräch geführt. Nach Angaben der französischen Regierung brachte Frankreichs Präsident Francois Hollande die beiden zusammen. Sie hätten eine Viertelstunde lang über Möglichkeiten gesprochen, die Lage in der Ostukraine zu entspannen.

Ein Reuters-Reporter beobachtete zudem, wie Putin, Poroschenko und Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen das Schloss von Benouville betraten und dabei miteinander sprachen. Merkel hatte sich am Vormittag mit Putin getroffen.

Die französische Regierung hatte die Hoffnung geäußert, dass am Rande der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie zumindest ein Handschlag zwischen Putin und Poroschenko möglich sein würde. Die G7-Staaten hatten Putin am Donnerstag aufgefordert, die Wahl des ukrainischen Präsidenten anzuerkennen.

Putin hatte nach Monaten der diplomatischen Isolation wegen der Ukraine-Krise am Donnerstag erstmals wieder von Angesicht zu Angesicht mit dem britischen Premierminister David Cameron und dem französischen Staatschef François Hollande gesprochen. Am Freitag traf er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ein direktes Gespräch mit US-Präsident Barack Obama war nicht geplant. Poroschenko wird am Samstag in Kiew ins Amt eingeführt. Dazu werden zahlreiche internationale Spitzenpolitiker erwartet, darunter US-Vizepräsident Joe Biden und der kanadische Premierminister Stephen Harper.

Bei Kämpfen in der Ostukraine gab es derweil erneut Tote. Nach Regierungsangaben kamen 15 prorussische Rebellen ums Leben. Grenzsoldaten seien im Dorf Maryniwka auf bewaffnete Männer gestoßen, die von Russland aus in Lastwagen und einem Schützenpanzer versucht hätten, die Grenze zu überqueren, sagte Anton Heraschchenko, Referent von Innenminister Arsen Awakow, am Donnerstagabend. Die Angreifer seien von rund hundert Aufständischen unterstützt worden, die von der anderen Seite der Grenze aus der Ukraine gekommen seien.

Bei den Kämpfen seien fünf Soldaten verletzt worden, sagte er. Seit Wochen kämpfen Regierungstruppen im Osten des Landes gegen prorussische Aufständische, die die Regierung in Kiew als illegal ansehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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