Am Samstag läuft das Ultimatum ab
Kämpfe von Regierungstruppen mit Rebellen im Ost-Kongo

Kongolesische Regierungstruppen und Rebellen haben sich am Samstag im Osten des Landes heftige Kämpfe geliefert. Wie der Innenminister Denis Kalume und UN-Vertreter berichteten, wurden am frühen Morgen Stellungen des Militärs in Sake in der östlichen Provinz Nord-Kivu angegriffen.

HB KINSHASA. Seither seien heftige Gefechte im Gange. Die Unruheregion ist auch seit dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs 2003 immer wieder Schauplatz von Kämpfen zwischen Rebellen und der Armee, wenngleich es dort in den vergangenen Monaten relativ ruhig war.

Im Kongo läuft am Samstag auch das Ultimatum ab, das Präsident Joseph Kabila der Miliz seines bei der Wahl unterlegenen Herausforderers Jean-Pierre Bemba gesetzt hat, aus der Hauptstadt Kinshasa abzuziehen. Kabila drohte dabei mit dem Einsatz der Armee. Die ersten Anhänger Bembas hatten sich daraufhin Ende der Woche zurückgezogen. Zuvor waren Bembas Anhänger, darunter auch Leibwächter des Politikers, an schweren Unruhen vor dem Obersten Gericht Kongos beteiligt gewesen. Dabei wurde auch das Gerichtsgebäude in Brand gesetzt. Das Oberste Gericht sollte sich am Samstag in einer Anhörung erneut mit Bembas Vorwürfen des Wahlbetrugs befassen. Er hat das Ergebnis angefochten.

Kongolesische Regierungsvertreter äußerten zuletzt Unmut über die angebliche Unfähigkeit der mehr als 17.500 UN-Soldaten sowie der EU-Truppe Eufor, Bembas Anhänger in Kinshasa unter Kontrolle zu bringen. Die Parlaments- und Präsidentenwahl im Sommer war die erste demokratische Abstimmung im Kongo seit der Unabhängigkeit von Belgien 1960. Die Abstimmung sollte einen Schlussstrich unter den Bürgerkrieg ziehen, in dessen Verlauf von 1998 bis 2003 Schätzungen zufolge etwa vier Millionen Menschen ums Leben kamen. Die Eufor, an der auch deutsche Soldaten beteiligt sind, wurde zur Absicherung der Wahl entsandt.

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