American Spirit
Die transatlantischen Brückenbauer

In der American Academy zeigen die USA geistige Präsenz. Mit dem Ziel, das Verständnis zwischen Deutschland und Amerika zu fördern. Ein Hausbesuch in Krisenzeiten.

HB BERLIN. Diese Geschichte spielt nach einer das Denken tief zerklüftenden Wende. Mag dieser Krieg auch in einer ganz anderen Ecke der Welt ausgetragen werden, seine verstörenden Folgen sind selbst in dieser Idylle des Geistes zu spüren. Eine Erschütterung.

Das Haus der American Academy zu Berlin, ein weit ausladender Bau aus den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, empfängt seine von weither kommenden Besucher gerade am frühen Abend, im tristen Übergangszustand vor dem Einbruch der Nacht, mit erleuchteter Pracht. Man will nur hinein, wie einst Thomas Manns Held Hans Castorp, hinein in diese andere Welt, trotz des Wagens mit der Aufschrift „Bundesgrenzschutz“ gleich hinter dem Pförtnerhaus.

Der grüne VW-Bus ist so ein Zeichen: Die Zeiten haben sich verändert. Auch im Haus, das der Herrschaft des Geistes ausschließlich gehorchen soll, haben Terror und Krieg ihre Spur hinterlassen.

Es ist der Abend, an dem das neue Semester der American Academy beginnt, an dem der amerikanische Kunsthistoriker Barry Bergdoll die Reihe der Vorlesungen eröffnet, mit der das formidable Dutzend Gelehrter und Künstler aus allen Teilen Amerikas dem Gastland seine Reverenz erweisen wird. Ein halbes Jahr sind sie ab jetzt hier am Wannsee, widmen sich ihren Projekten, halten Vorlesungen, diskutieren - alles auf Kosten privater Sponsoren (siehe: „American Spirit“).

Die Academy organisiert bis zu 200 Veranstaltungen im Jahr, um das Haus zum Ort der geistigen Auseinandersetzung und Annäherung zwischen Deutschland und den USA zu machen. Seit sechs Jahren geht das nun schon so, seit dem 11. September 2001 jedoch unter verschärften Bedingungen. Denn in dieser akademischen Traumwelt zeigt sich schon morgens beim Frühstück, wie weit sich Politik und Intellektuelle in Amerika unter Präsident George W. Bush auseinander gelebt haben.

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