Amerikaner vor laufender Kamera enthauptet - Empörung in den USA
Grausame Rache für Misshandlungen

In Irak ist ein im April entführter amerikanischer Zivilist vor laufender Kamera geköpft worden. Für die grausame Tat soll eine dem Terrornetzwerk El Kaida nahe stehende Gruppe verantwortlich sein. Als Rache für die Misshandlung von Gefangenen im Irak wurden zudem weitere Morde angedroht.

HB WASHINGTON/KERBELA. Der Geheimdienst CIA überprüft nach Angaben der britischen BBC, ob der als El-Kaida-Top-Terrorist gesuchte Jordanier Abu Mussab el Sarkawi hinter der Tat steckt.

Der US-Bürger Nicholas Berg war von mutmaßlichen islamistische Terroristen vor laufender Kamera enthauptet worden. Auf einer Internetseite einer Extremisten-Gruppe waren am Dienstagabend Bilder von der Hinrichtung zu sehen. Eine Patrouille hatte den Torso nach US-Medienberichten bereits am Samstag an einer Schnellstraße in Bagdad gefunden. Die US-Behörden hätten die Familie Bergs im US-Bundesstaat Pennsylvania am Montag informiert.

Berg war nach US-Medienberichten auf eigene Faust in den Irak gereist, um sich um einen Vertrag für die Errichtung von Antennen zu bewerben. Seine Familie habe er nach deren Angaben zuletzt am 9. April aus Bagdad angerufen und angekündigt, nach Hause reisen zu wollen, berichtete die „New York Times (Mittwoch). Nach Angaben aus der US-Verwaltung in Bagdad hatte US-Stellen Berg geraten, das Land zu verlassen.

US-Armee: Mindestens 20 Aufständische im Irak getötet

Unterdessen haben US-Soldaten am Mittwoch bei Kämpfen in der irakischen Stadt Kerbela Armeeangaben zufolge mindestens 20 Anhänger des radikalen Schiiten-Führers Moktada el Sadr getötet.

Sieben Soldaten seien bei den Gefechten verletzt worden, teilte ein US-Militärsprecher in Bagdad mit. Augenzeugen berichteten, die Kämpfe seien am Vorabend in der rund 100 Kilometer südwestlich Bagdads gelegenen Stadt ausgebrochen und hätten auch nach Tagesanbruch angehalten. Die US-Soldaten hätten eine Moschee umstellt, in der sich Kämpfer von Sadrs Mehdi-Miliz verschanzt hielten. Per Lautsprecher seien die Rebellen zur Abgabe ihrer Waffen und zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert worden.

Der Direktor des städtischen Gesundheitswesens hatte zuvor von mindestens fünf getöteten Irakern gesprochen, darunter seien zwei Miliz-Kämpfer. Zwölf Menschen seien verletzt, mehrere Gebäude in der Nähe des von den Aufständischen genutzten Geländes zerstört worden.

Die Miliz Sadrs begann im vergangenen Monat ihren Aufstand gegen die Besatzungstruppen im Irak. Sadr selbst hält sich in der den Schiiten heiligen Stadt Nadschaf auf. Dort hat sich die Mehdi-Miliz zum Abzug aus der Stadt bereit erklärt, falls auch die USA ihre Soldaten abziehen. Dies teilte ein enger Vertrauter Sadrs am Dienstagabend nach Gesprächen mit Vertretern aller anderen schiitischen Gruppierungen in der Stadt mit. Die US-Armee reagierte auf das Angebot zunächst nicht.

Die USA sind zuletzt von ihren Äußerungen abgerückt, sie würden Sadr gefangen nehmen oder töten. Stattdessen erklärten US-Vertreter, sie würden eine zwischen Irakern ausgehandelte Lösung unterstützen.

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