Amerikaner wollen offenbar mehr Macht an irakische Behörden abgeben
Weltbank hält sich aus dem Irak fern

Die prekäre Sicherheitslage im Irak macht den Einsatz ausländischer Spezialisten beim Wiederaufbau des Landes so gut wie unmöglich. Weltbankpräsident James Wolfensohn hat es als „sehr unwahrscheinlich“ bezeichnet, dass Experten seiner Organisation demnächst in den Irak zurückkehren.

bac/jdh WASHINGTON/GENF. „Es gibt derzeit ein beträchtliches Risiko, dem ich meine Leute nicht aussetzen kann“, sagte Wolfensohn in einem Interview mit dem Handelsblatt. Der Weltbankchef hatte nach dem Anschlag auf das Uno-Gebäude in Bagdad, bei dem einer seiner Mitarbeiter getötet und drei weitere verwundet worden waren, das Personal seiner Organisation aus dem Irak abgezogen. Zwar sei die Sicherheitslage im Norden des Landes besser als in anderen Regionen. Aber Tausende tragbarer Raketen seien in Umlauf und stellten eine „nicht zumutbare Gefahr“ dar. „Wenn sich die Situation beruhigt, werde ich zunächst selbst in den Irak reisen und danach meine Mitarbeiter hinunterschicken“, betonte Wolfensohn.

Einstweilen beziehe die Weltbank ihre Informationen aus Telefonaten mit dem irakischen Kabinett. Bald solle es jedoch ein System von Video-Konferenzen geben. Darüber hinaus stehe die Bank mit der Uno und den amerikanischen Stellen im Irak in Kontakt. Auf diese Weise könnten einige Weltbankprojekte vorbereitet werden. „Aber in zwei bis drei Monaten wird der Zeitpunkt kommen, wo man sich ein Bild vor Ort machen muss“, unterstrich Wolfensohn.

Auch andere internationale Organisationen haben sich aus Sicherheitsgründen bereits aus dem Irak zurückgezogen. So bestätigte eine Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP), dass die Lebensmittellieferungen an das irakische Handelsministerium planmäßig Ende Oktober eingestellt worden sind.

Trotz des vorübergehenden Abzugs von etwa 20 Mitarbeitern der Vereinten Nationen aus Bagdad helfen die rund 4000 irakischen Mitarbeiter weiter der Bevölkerung des besetzten Landes. „Wir versuchen jedoch, so diskret wie möglich zu arbeiten und das Uno-Emblem nicht in den Vordergrund zu stellen“, sagte die Sprecherin des Uno-Büros für humanitäre Hilfe, Elizabeth Byrs, am Mittwoch in Genf. Auch das Rote Kreuz gab sich entschlossen, die Hilfe im Irak fortzusetzen.

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