Amerikanisch-Russische Verstimmungen: Russland baut deutschen Reaktor im Iran

Amerikanisch-Russische Verstimmungen
Russland baut deutschen Reaktor im Iran

Sehr zum Ärger der US-Regierung arbeiten russische Ingenieure an der Fertigstellung des Atomreaktors Buschir-1 am Persischen Golf. Nach mehr als zehnjähriger Bauzeit soll das schätzungsweise knapp 650 Millionen Euro teure Kraftwerk Ende dieses Jahres in Betrieb genommen werden.

HB MOSKAU. Der Chef der russischen Atombehörde, Alexander Rumjanzew, wird an diesem Wochenende in Teheran erwartet, um den Vertrag über die Lieferung und die Rücknahme von Brennstäben zu unterzeichnen. Damit wären nach Ansicht Moskaus alle internationalen Verpflichtungen des Atomwaffensperrvertrages erfüllt.

Es war das Siemens-Tochterunternehmen Kraftwerk Union (KWU), das im Jahr 1974 mit dem Bau zweier Atomreaktoren in Buschir begann. Die in den 1980er Jahren von Deutschland aufgekündigte Zusammenarbeit im Kraftwerksbau führte Iran mit Russland weiter. Der Leichtwasser- Reaktor Buschir-1 soll ab Anfang 2006 mit einer Kapazität von 915 Megawatt Strom produzieren.

Die erste russische Kernbrennstofflieferung wird Ende Mai in Iran erwartet. Die USA würden dies gerne verhindern, denn die Brennstäbe könnten auch für den Bau von Atomwaffen zweckentfremdet werden. Die Rückgabe der abgebrannten Brennelemente an Russland wäre frühestens nach sieben bis acht Jahren zu erwarten. Moskau und Teheran beteuern übereinstimmend, dass die russische Technik zur Herstellung von Atomenergie nicht zur Entwicklung von Nuklearwaffen eingesetzt werde. Forderungen der USA nach einem Baustopp ließ Moskau unbeachtet. Washington ist bislang aber nicht so weit gegangen, der russischen Seite direkt eine Mitarbeit bei iranischen Atomwaffenprogrammen vorzuwerfen. „Die Russen sind Teil der Lösung, nicht des Problems“, betonen ranghohe US-Diplomaten in Moskau.

Ginge es allein nach den Atombehörden in Teheran und Moskau, würde man die Zusammenarbeit über den ersten Buschir-Reaktor hinaus fortsetzen. Die Aufträge aus Iran hatten in der Vergangenheit den russischen Kraftwerksbau am Leben erhalten, dem seit dem Ende des Warschauer Pakts wichtige Märkte weggebrochen waren. Seit geraumer Zeit verhandeln Russen und Iraner auch über eine Fertigstellung des zweiten Buschir-Reaktors, eine offizielle Entscheidung dazu ist aber noch nicht getroffen worden.

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