Amnestie-Angebot zeigt Wirkung
Bin Laden-Vertrauter nimmt Amnestie-Angebot an

Ein als Vertrauter des El-Kaida-Anführers Osama bin Laden geltender saudiarabischer Extremist hat sich in Teheran der Botschaft seines Heimatlandes gestellt. Damit ging er auf ein Amnestie-Angebot des saudiarabischen Herrscherhauses ein, das jedem Islamisten, der sich freiwillig stellt, eine mildere Strafe verspricht.

HB RIAD/KAIRO. „Ich bin gekommen, um Gott und den Herrschern zu gehorchen“, sagte Chalid el Harbi, bei seiner Ankunft auf einem saudiarabischen Flughafen, die am Dienstagabend im Staatsfernsehen gezeigt wurde.

El Harbi soll bis vor kurzem im afghanisch-iranischen Grenzgebiet gelebt haben. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete am Mittwoch unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums, El Harbi habe die Grenze von Afghanistan nach Iran illegal überquert und die iranischen Behörden dann gebeten, ihn nach Saudi-Arabien zu schicken. Daraufhin wurde der Kontakt zur Botschaft in Teheran hergestellt.

Die saudischen Sicherheitsbehörden halten El Harbi für „einen großen Fisch“. Ein US-Geheimnisbeamter sagte dagegen dem Nachrichtensender CNN, der jetzt in einem Krankenhaus in Saudi- Arabien Liegende sei nicht besonders in Erscheinung getreten. Welche Rolle er bei Terroranschlägen gespielt haben könnte, sei unklar. Im Fernsehen war zu sehen, wie der im Rollstuhl sitzende bärtige Mannes auf einem Flughafen in Saudi-Arabien ankam. Er wurde von einer tief verschleierten Frau und einem Jugendlichen begleitet. Der auch als Abu Suleiman el Makki bekannte Mann war von den Behörden seines Heimatlandes im Dezember 2001 als der Mann identifiziert worden, der neben Bin Laden in einem Video zu sehen war, in dem die Flugzeugattentate des 11. Septembers gelobt wurden.

Der aus Mekka stammende Mann soll an der Seite Bin Ladens einst in Afghanistan gegen die sowjetische Besatzungsmacht gekämpft haben und in Bosnien verwundet worden sein. Er kehrte später ins Königreich Saudi-Arabien zurück, das er kurz nach dem 11. September 2001 wieder verlassen haben soll.

El Harbi ist mit einer Tochter des Bin-Laden-Stellvertreters Eiman el Sawahiri verheiratet. Er ist der dritte mutmaßliche Terrorist, der auf das auf einen Monat begrenzte Amnestie-Angebot eingeht, das König Fahd am 23. Juni gemacht hatte.

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