Amnesty
Ausbeutung weiblicher Flüchtlinge im Libanon steigt

Sex als Gegenleistung für Unterstützung: Laut Amnesty steigt die Gefahr weiblicher Flüchtlinge, im Libanon misshandelt zu werden. Ein Grund für die Ausbeute sei unter anderem der Rückgang internationaler Hilfsgelder.

BerlinWeibliche Flüchtlinge aus Syrien laufen nach Angaben von Amnesty International zunehmend Gefahr, im Libanon sexuell ausgebeutet zu werden. Flüchtlinge im Libanon lebten in unsicheren Verhältnissen und großer Armut, dies gelte insbesondere für Frauen, heißt es in einem aktuellen Bericht der Menschenrechtsorganisation. Demnach verschärfen diskriminierende Gesetze im Libanon und der Rückgang der internationalen Hilfsgelder die prekäre Lage weiblicher Flüchtlinge.

Insbesondere ihr unsicherer Aufenthaltsstatus führe dazu, dass Frauen Vermietern, Arbeitgebern und selbst Polizisten schutzlos ausgeliefert seien. So hätten viele weibliche Flüchtlinge Amnesty berichtet, dass ihnen Unterstützung als Gegenleistung für sexuelle Dienstleistungen angeboten wurde. Laut Amnesty leben 70 Prozent der mehr als eine Million syrische Flüchtlinge im Libanon unter der Armutsgrenze.

Auf Einladung Deutschlands, Großbritanniens, Norwegens und der Vereinten Nationen kommen am Donnerstag in London mehr als 70 Regierungsvertreter zusammen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ziel ist die Mobilisierung weiterer Hilfen für die syrischen Flüchtlinge. Die Hilfsaufrufe der Vereinten Nationen für Syrien und die Nachbarländer waren im vergangenen Jahr nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam nur zur Hälfte gedeckt gewesen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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