Amnesty-Bericht
Zur Sexsklavin durch den IS

Gefoltert, vergewaltigt, verkauft: Was jesidische Frauen und Mädchen im Nordirak unter dem Terror der Miliz IS erdulden mussten, deckt ein Bericht von Amnesty International auf.
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LondonIm Nordirak sind jesidische Frauen laut Amnesty International von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sexuell ausgebeutet worden. „Die Frauen wurden verkauft, als Geschenke übergeben, zwangsverheiratet, gefoltert und vergewaltigt“, heißt es in einem unter dem Titel „Der Hölle entkommen“ veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Darin enthalten sind 40 Interviews mit weiblichen Angehörigen der religiösen Minderheit der Jesiden, die unter den Taten von IS-Kämpfern und deren Gefolge zu leiden hatten oder Zeuginnen davon geworden waren.

„Die Leben Hunderter jesidischer Frauen liegen in Scherben“, heißt es in dem Report weiter. „Viele von denen, die als Sexsklavinnen gehalten wurden, sind Kinder.“ Einige seien nicht älter als zehn oder zwölf Jahre. Vergewaltigungen würden als Mittel des Krieges benutzt. Einige der Frauen und Mädchen, die sich über Monate in IS-Gefangenschaft befunden hätten, seien so verzweifelt gewesen, dass sie Selbstmord begangen hätten.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, waren die meisten Täter Iraker oder Syrer; viele davon gehörten dem IS an, anderen gehörten zu deren Gefolge. Einige der befragten Jesidinnen hätten bei den Familien ihrer Peiniger, also mit deren Frauen und Kindern, gelebt.

Die 16-jährige Randa gab an, an einen Mann weitergegeben worden zu sein, der doppelt so alt war. Dieser habe sie vergewaltigt. „Der IS hat unser Leben ruiniert (...) Was wird aus meiner Familie? Ich weiß nicht, ob ich sie jemals wiedersehen werde.“

„Der körperliche und psychische Preis der furchtbaren sexuellen Gewalt, die die Opfer aushalten mussten, ist katastrophal“, sagte Donatella Rovera von Amnesty International. Sie forderte die kurdische Regionalregierung dazu auf, ihre Anstrengungen zur Verbesserung der Lage deutlich zu erhöhen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Herr Behrendt

    Der Islam als "jüngste" der drei abrahamitischen Religionen hat allerdings, schon implementiert in seinem "Gründungsmythos", ein echtes Gewaltproblem. Er ist eine Wüstenreligion von Wüstenkriegern, die die neue Religion mit Hilfe des "Schwertes des Islam" verbreiteten und nicht etwa durch Missionierung wie z.B. die "Urchristen" oder die reine Möchsreligion des Buddhismus. Es gab nur zwei Alternativen, entweder Bekehrung oder den Tod durch das Schwert, wer mit den Kriegern des Islam in Berührung kam.

    So wurden alle Religionen hinweggefegt, die sich den muslimischen Kriegern entgegensetzten, die altarabischen Religionen, die Parsen im Iran, die Buddhisten im vorderindischen Raum, etwa in Afghanistan, und weit bis nach Indien, wo erst die Hindus den islamischen Kriegern etwas entgegen zu setzte hatten.

    Ach innerislamisch ist diese Religion von Gewalt geprägt bei der Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten, dessen Ursprünge reine Machtfragen in derpol. Nachfolge des Propheten waren.

    Die strikte Trennung zwischen "rechtgeleiteten" Muslimen und Kufa "den Ungläubigen", die allesamt nach ihrem Ableben in der Hölle zu schmoren haben, deutet auch hin auf "Perversionen" die schon im islamischen Grundtext, dem Koran, angelegt sind.

    Wnn sie den Islam z.B. mit dem Buddhismus vergleichen, wo schon das Töten von Tieren als negativ bewertet wird, können sie zwischen den verschiedenen Religionen Unterschiede bemerken, die zu bedeutend sind, als dass man sie vernachlässigen könnte.

  • wie ich schon schrieb..."privat kann jeder machen was er will"....wenn dann jemand irgendwelch religiös motivierte taten begehen würde, wüßte er was er von der allgemeinheit zu erwarten hätte und könnte sich nicht hinter seinem glauben verstecken oder denselben als motivation für sein unrechtes tun heran ziehen. gerade orwell hat in seinen ausführungen ja darauf hingewiesen wohin uniformität überwachung und totale beeinflussung uns führen werden. nur, er nannte dies nicht religion.

  • Wenn man die Religionen verbieten würde, dann würden sich die Menschen neue Götter zum Anbeten suchen. Auch diese würden dann wieder als Deckmantel für das eigenen Machtstreben herhalten müssen. Blut- und Bodenideologien funktionieren seit 30.000 Jahren als Begründung Genozide.

    Fakt ist: Nicht die Religonen verdrehen den Menschen den Kopf, sondern dumme Menschen lassen sich mit Ideologien einfangen und für eigene Machtinteressen einspannen. Eine Ideologie schafft ein elitäres Bewußtsein, man gehört zu den Auswerwählten, die wissen, wie die Welt funktioniert. Auch Atheismus wäre zur Unterdrückung von Menschen geeignet, wenn dann die Gläubigen drakonisch verfolgt werden würden. Orwell hat dargelegt, wie so etwas funktionieren könnte.

    Fazit:
    Es gibt keine einfache Lösung gegen die Gewalttätigkeit, die im Menschen angelegt ist. Das was machtgeile "Christen" Moslems" und andere im Namen von Religionen verbrochen haben, steht immer im diametralen Gegensatz zu dem, was die jeweilige Religion lehrt, bzw. als Menschenbild hat. Insoweit sind Isis Anhänger "Islam-Perverse".

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