Amtierender Amtsinhaber geht im Februar 2006 in den Ruhestand
Nachfolger für US-Notenbankchef Greenspan gesucht

Der kommende US-Präsident muss einen Nachfolger für Notenbank-Chef Greenspan bestimmen. Eine wegweisende Entscheidung, denn die Geld- und Zinspolitik kann über Erfolg und Misserfolg einer Präsidentschaft entscheiden.

Selten werden Worte so sehr auf die Goldwaage gelegt wie die von Alan Greenspan, dem Gouverneur der US-Notenbank Federal Reserve. Wenn er in Konjunktiven davon spricht, dass sich die Zinsen in den kommenden Monaten vielleicht nach oben entwickeln könnten – dann rumort es an den Finanzmärkten der Welt. Doch Greenspan ist fast 80, im Februar 2006 wird er in den Ruhestand gehen. Die Frage des Nachfolgers ist beinahe lebenswichtig für den US-Präsidenten, denn die Geld- und Zinspolitik kann über Erfolg und Misserfolg einer Präsidentschaft entscheiden.

Rund zehn mögliche Kandidaten werden gehandelt, doch schälen sich immer mehr vier Favoriten heraus. Sollte Bush wieder gewählt werden, gehört der Harvard-Professor Martin Feldstein zur ersten Wahl. Er gilt als enger Vertrauter des jetzigen Präsidenten und hat dessen Steuersenkungen massiv beeinflusst. Feldsteins Ruf als Ökonom ist unbestritten. Skeptisch betrachten dagegen Beobachter sein politisches Geschick. Und: „Ihm fehlt die Nähe zur Wall Street“, sagt David Wyss, Chefökonom der Ratingagentur Standard & Poor’s.

Das gleiche Manko hat auch Glenn Hubbard. Der 46jährige Wirtschaftsprofessor und Dekan der Columbia University gilt zwar als kluger Akademiker, verfügt jedoch kaum über Erfahrung auf den Finanzmärkten. „Hubbard ist auf Steuersenkungen geeicht“, sagt Adam Posen, Ökonom am Institute for International Economics (IIE) in Washington.

Ganz anders schätzt der IIE-Mann dagegen die Kerry-Kandidaten ein. Lawrence Summers, bereits unter Clinton Finanzminister, sei „ein Falke der Haushaltspolitik“. Die besten Chancen hat aber wohl unter einem Präsidenten Kerry der 66-jährige Robert Rubin. Er war ebenfalls Finanzminister unter Clinton und gilt als Vater der strikten Haushaltspolitik. Rubin ist kein Star-Ökonom wie Summers, sondern ein Star der Wall Street. Als Investmentbanker brachte er es bis zum Co-Chairman bei Goldman Sachs. Außerdem – und das hat mehr Gewicht – berät er den Demokraten Kerry in wirtschaftspolitischen Fragen. „Wenn Kerry gewinnt und Rubin den Job von Greenspan haben will, bekommt er ihn“, sagt S&P- Ökonom Wyss.

Quelle: News Frankfurt

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