Amtierender EFSF-Chef
Reglings Chancen auf ESM-Chefposten steigen

Dank Spanien-Krise und Wolfgang Schäubles Desinteresse am Euro-Gruppen-Vorsitz sind laut eines Medienberichts Klaus Reglings Chancen auf den ESM-Chefposten gestiegen. Derweil gibt es einen Wechsel im EZB-Direktorium.
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BerlinDer Luxemburger Yves Mersch soll einem Magazinbericht zufolge den freiwerdenden Sitz im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten. Mersch solle dort als Nachfolger für den Spanier Jose Manuel Gonzalez-Paramo einziehen, berichtete die „Wirtschaftswoche“ am Samstag. Zudem seien die Chancen des Deutschen Klaus Regling gestiegen, von der Spitze des vorläufigen Euro-Rettungsfonds EFSF auf den Chefsessel des permanenten Rettungsschirms ESM zu rücken.

Als Grund führte das Magazin zum einen die Tatsache an, dass Spanien beim Rettungsschirm Hilfe für seine Banken beantragen werde und deshalb seine eigene Kandidatin für den ESM kaum mehr durchsetzen könne. Zum anderen seien Reglings Chancen für den ESM-Posten auch deshalb gestiegen, weil sich Finanzminister Wolfgang Schäuble nicht mehr für den Vorsitz der Euro-Gruppe interessiere. Diesen Posten werde nun aller Voraussicht nach doch Jean-Claude Juncker behalten. Der Luxemburger wolle nur noch gefragt werden, berichtete das Magazin unter Berufung auf EU-Kreise. Die Personalentscheidungen sollen auf dem EU-Gipfel Ende Juni bekanntgegeben werden.

Juncker hatte in den vergangenen Monaten wiederholt erklärt, kein Interesse an einer weiteren Amtszeit als Euro-Gruppenchef zu haben. Als heißester Kandidat für die Nachfolge galt bislang Schäuble, der auch schon seine Bereitschaft dazu signalisiert hatte. Doch Presseberichten zufolge soll der neue französische Präsident Francois Hollande den Verantwortlichen in Brüssel mitgeteilt haben, dass er einen deutschen Vorsitzenden der Euro-Finanzministerrunde nur sehr schwer akzeptieren könne. Wenn überhaupt müsse Schäuble seinen Job als Finanzminister in Berlin an den Nagel hängen. Von offizieller Seite wurden diese Vorbehalte in Paris jedoch nicht bestätigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Amtierender EFSF-Chef: Reglings Chancen auf ESM-Chefposten steigen"

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  • Wenn ich mich richtig erinnere, dann war Herr Regling bei der Beratung im Bundestag zum ESM einer der Hauptsachverständigen. Er hat sich ja schon als "Vater des ESFS" einen Namen gemacht. Man hat sich schon damals überlegt, welches hohe Amt man ihm anbieten könne, da der EFSF ja ausläuft. Dass dies ein hoher Posten im ESM war, war mehr als wahrscheinlich.
    Durch die Auswahl der "unabhängigen" Experten zur Beratung bezüglich des ESM stand das Ergebnis unserer Volksvertreter eigentlich schon fest.
    Kritiker, die die Gefahren aufzeigen, stören bei solchen Hearings, und werden nicht eingeladen, da sie das gewünschte Ergebnis verfälschen könnten. Zudem könnte man den Abgeordneten später vorgehalten, warum sie die Warnungen der Sachverständigen nicht beachtet haben.
    Dabei sollte man bei so schwerwiegenden Entscheidungen wie dem ESM hauptsächlich die Kritiker und neutrale Sachverständige einladen, und eben nicht Sachverständige die von der Sache profitieren. Eine für unseren Staat so schwerwiegende Entscheidung wie die Zustimmung zum ESM mit seinen Auslegungen sollte jeder Kritik standhalten und gründlichst durchdacht werden. Meiner Meinung nach wurde hier genau das Gegenteil gemacht. Schnell, schnell den ESM unter Dach und Fach bringen, bevor das Volk merkt was es damit auf sich hat. Meiner "gefühlten" Einschätzung nach wissen 98% aller Deutschen nicht was der ESM ist. Davon sind auch die akademisch Gebildeten nicht ausgenommen. http://www.stop-esm.org/up/datei/esm_vertrag_mega_bank___super_gau___kurzanalyse_vom_bund_der_steuerzahler.pdf

  • Die BT-Abgeordneten werden den ESM am 29.06.12 durchwinken ist so sicher wie das Amen in der Kirche!

    http://www.focus.de/politik/deutschland/kisslers-konter/kisslers-konter-mit-dem-esm-endet-europa_aid_766565.html

  • Es wird hoffentlich niemals einen ESM geben! Hoffentlich versagt der Deutsche Bundestag diesem Ungeheuer seine Zustimmung und hoffentlich andere Laender wie Finnland und die Niederlande auch. Am meisten wuerde es mich freuen, wenn die Iren ihre Zustimmung versagen. Die machen gewaltige Anstrengungen um wieder auf die beine zu kommen und wollen nicht, dass andere sich am Leiden der Iren gesundstossen.

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