Amtliche Zahlen
Armutsrate in USA auf Rekordhoch

In den USA gab es im Jahr 2008 gemessen an der Gesamtbevölkerung so viele arme Menschen wie seit elf Jahren nicht mehr. Besonders stark stieg dabei der Anteil der armen Kinder und Jugendlichen.

HB WASHINGTON. Die Zahl der Armen sei 2008 um 2,5 Mio. Menschen auf knapp 40 Mio. gestiegen, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des statistischen Bundesamtes in Washington. Mit 13,2 Prozent habe der Anteil der Armen an der Gesamtbevölkerung von derzeit etwa 300 Mio. einen Höchststand seit elf Jahren erreicht. Ganz besonders stark stieg mit 19 Prozent mehr als 2007 die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in Armut leben.

In den vier Jahren vor 2008 hatte es keinen nennenswerten Anstieg der Armutsrate gegeben. Als arm gilt für die Statistiker jeder, der weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens verdient. Eine vierköpfige Familie gilt als arm, wenn das Einkommen unter 22 025 Dollar Einkommen liegt. Für Einzelpersonen gilte die Summe von 10 991 Dollar als Armutsgrenze.

Das durchschnittliche Einkommen eines amerikanischen Haushalts ist dem Bericht nach im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent auf 50 303 Dollar (35 297 Euro) gefallen. Seit Dezember 2007 befinden sich die USA in der schlimmsten Rezession seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Armut stieg am deutlichsten bei der Bevölkerungsgruppe der "Hispanics" an, den Einwanderern aus Lateinamerika.

Regional war der Süden der USA am stärksten von der Rezession und ihren Folgen betroffen. Im Nordosten habe es kaum einen Rückgang der Durchschnittsgehälter gegeben. Die Durchschnittseinkommen der Frauen betrugen der Statistik nach 2008 wie schon im Vorjahr 77 Prozent der Löhne, die Männern gezahlten werden.

46,3 Mio. Menschen in den USA hatten 2008 dem Bundesamt zufolge keine Krankenversicherung. Das bedeute einen Zuwachs um 600 000.

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