Amtsantritt
Irakischer Präsident Talabani vereidigt

Der neue irakische Präsident Dschalal Talabani hat seinen Amtseid abgelegt. Bei seiner Antrittsrede vor dem Parlament in Bagdad trug er auch eine Forderung an die Suniten vor.

HB BAGDAD. Kurdenführer Talabani dankte in seiner Ansprache dem Schiitenführer Großajatollah Ali al- Sistani. Dieser habe maßgeblich zu den Parlamentswahlen Ende Januar beigetragen, sagte der Präsident.

Die Sunniten, die den Wahlgang mehrheitlich boykottiert hatten, forderte er auf, sich am demokratischen Prozess und an der Bekämpfung des „schwarzen, importierten Terrors“ zu beteiligen. Die Terroristen im Irak sind fast ausschließlich sunnitische Muslime.

Der 71-jährige Talabani ist der erste demokratisch gewählte Präsident im Irak seit mehr als 50 Jahren und der erste Nicht-Araber an der Spitze eines arabischen Staates. Talabani war am Mittwoch mehr als zwei Monate nach der Wahl vom Parlament zum neuen Staatspräsidenten gewählt worden. Damit ist nach wochenlangem Streit der Weg für eine neue Übergangsregierung unter dem Schiiten Ibrahim Dschaafari geebnet.

Dschaafari wurde nach der Vereidigung Talbanis zum neuen irakischen Regierungschef ernannt. Der neue Regierungschef kündigte nach dem Rücktritt seines Vorgängers Ijad Allawi an, innerhalb von ein bis zwei Wochen ein Kabinett zusammenzustellen. Die Regierung muss dann noch vom Parlament bestätigt werden. Das Amt des Ministerpräsidenten gilt als der zentrale Posten im Nachkriegsirak. Vizepräsidenten des Iraks sind der Schiit Adel Abdel Mahdi und der Sunnit Ghasi al-Jawar.

Überschattet wurde Talabanis Amtsantritt von einem Selbstmordattentat in der nordirakischen Stadt Tel Afar. Neben einer US-Militärpatrouille hatte sich ein Mann in die Luft gesprengt und dabei zwölf irakische Zivilisten verletzt. Bereits in der Nacht zum Donnerstag töteten Aufständische nach Polizeiangaben in Tikrit zwei Fahrer von Tanklastwagen.

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