Amtsantritt
Litauens Präsidentin kündigt Oligarchen Kampf an

Gerade im Amt, da kündigt Litauens neue Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite schon Großes an: Sie will die Macht von Monopolen und Oligarchen sowie fragwürdige Geschäftspraktiken in ihrem Land eindämmen.

HB VILNIUS. Nach ihrer Vereidigung am Sonntag in Vilnius forderte die bisherige EU-Finanzkommissarin die 3,4 Millionen Bürger des baltischen Landes zu aktiverer Kritik an staatlichen Institutionen auf.

Die parteilose Politikerin löste den 82-jährigen Valdas Adamkus an der Staatsspitze ab. Sie hatte im Mai die Direktwahl für das höchste Staatsamt mit 69,1 Prozent der Stimmen haushoch gewonnen. Adamkus konnte nach zwei Amtszeiten von je fünf Jahren nicht wieder kandidieren.

Litauen ist massiv von den Folgen der Finanzkrise betroffen und muss für 2009 mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 15 Prozent rechnen. Als drängende Probleme gelten auch dabei Korruption und die starke Verfilzung führender Politiker mit finanzstarken Unternehmen. 2004 wurde der damalige Präsident Rolandas Paksas wegen dubioser Geschäftsverbindungen nach Russland des Amtes enthoben.

Grybauskaite kritisierte sofort nach ihrer Wahl mehrere Minister mit Schlüsselpositionen im Kabinett von Ministerpräsident Andrius Kubilius als "ungeeignet" und erklärte, dass sie Veränderungen erwarte. Litauen erlangte nach der Lösung von der damaligen Sowjetunion 1991 die staatliche Unabhängigkeit und gehört seit 2004 der EU und der Nato an.

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