An ukrainischer Grenze

USA werfen Russland verstärkten Truppenaufbau vor

Die USA werfen Russland einen erneut zunehmenden Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine vor. Russland habe laut Washington mittlerweile die größte Präsenz seit Oktober letzten Jahres aufgebaut.
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Ukrainischer Panzer im Grenzgebiet: Laut den USA soll Russland seine Truppen wieder verstärken. Quelle: dpa
Ukraine

Ukrainischer Panzer im Grenzgebiet: Laut den USA soll Russland seine Truppen wieder verstärken.

(Foto: dpa)

WashingtonDie USA haben Russland eine Aufrüstung an der Grenze zur Ukraine sowie im umkämpften Osten des Nachbarlandes vorgeworfen. Die russische Armee habe "zusätzlich Luftabwehrsysteme im Osten der Ukraine stationiert und einige davon näher an die Frontlinien gebracht", kritisierte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, am Mittwoch in einer Erklärung. Russland schicke derzeit zudem weitere Soldaten an die Grenze zur Ukraine. Daraus würde sich die "größte (Truppen-)Präsenz an der Grenze seit Oktober 2014" ergeben.

Moskau unterstütze die prorussischen Separatisten in der Ostukraine durch "zunehmend komplexe" Militärausbildung, zum Beispiel im Umgang mit Drohnen. Die Drohnen seien "ein untrügliches Zeichen für die russische Präsenz" im Konfliktgebiet, erklärte Harf. "

"Gemeinsame russische-sepratistische Truppen verstoßen weiterhin gegen das Mitte Februar unterzeichnete 'Minsk 2'-Abkommen", kritisierte Harf. Sie hätten "eine nennenswerte Zahl von Artillerie-Ausrüstung und Mehrfach-Raketenwerfern in den Gebieten", die dem Friedensplan zufolge dort verboten sind. Außerdem würden weitere schwere Waffen in die Ukraine gebracht.

Wie russische Soldaten zum Kult werden
Soldaten ohne Hoheitsabzeichen
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Im März 2014 waren auf der ukrainischen Halbinsel Krim plötzlich Soldaten ohne nationales Hoheitsabzeichen aufgetaucht und stellten den Westen und Kiew damit vor vollendete Tatsachen. Erst kürzlich hat der russische Präsident Wladimir Putin im russischen Staatsfernsehen bestätigt, was zu Anfang nur Vermutung war: Er gab den Befehl zur Eroberung der Krim.

„Höfliche Menschen“
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In Russland nennt man die Soldaten in den ungekennzeichneten grünen Kampfanzügen nur „höfliche Menschen“. Der Begriff wurde geprägt durch russische Staatsmedien, die statt von bewaffneten Maskierten auf der Krim lieber von „höflichen Menschen“ sprach.

Für 17 Euro zu haben
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Die T-Shirts werden von der russischen Jugendmarke „Anyavanya“ hergestellt und kosten 1200 Rubel, umgerechnet 17 Euro. Verkauft werden sie unter anderem als Souvenir auf der Krim und in Russlands größtem Einkaufszentrum, dem GUM in Moskau.

Putin der „Höflichste“
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Neben Aufdrucken mit Soldaten zeigen die „Anyavanya“-Motive auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin, hier mit der Unterschrift: „der höflichste aller Menschen“. Ein anderes T-Shirt zeigt Putin mit Hawaiihemd und Cocktail in der Hand. Darunter ist zu lesen: „Greetings from Crimea“.

Judo mit Obama
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Wieder ein anderes T-Shirt bildet Putin offenbar im Judokampf mit US-Präsident Barack Obama ab. Darunter der Text: „Unsere Antwort auf die Sanktionen“.

Für alle Altersklassen
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Der Designer der T-Shirts sagte der russischen Zeitung „Komsomolskaja Prawda“, es gebe derzeit sehr viele Bestellungen aus dem Ausland. „Das kann eine 18-Jährige sein, aber auch eine 55-jährige Rentnerin.“

Auch Tassen verfügbar
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Nicht nur T-Shirts, auch Tassen gibt es in Russland mit dem Aufdruck „höfliche Menschen“. Der Begriff hat sich zu einem popkulturellen Phänomen entwickelt. Bei der Vorstellung der T-Shirts im Moskauer Kaufhaus GUM waren auch Prominente aus dem russischen Showbusiness anwesend.

Prorussische Aufständische kämpfen im Osten der Ukraine seit rund einem Jahr gegen die ukrainische Armee. Seither wurden bei den Kämpfen mehr als 6000 Menschen getötet. Am 12. Februar unterzeichneten beide Seiten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk einen Friedensfahrplan. Seitdem sind die Gefechte in der Ostukraine deutlich abgeflaut. Allerdings setzten nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beide Seiten weiterhin immer wieder schwere Waffen ein.

Die US-Armee hatte am Montag begonnen, die ukrainische Armee durch eine Ausbildungsmission zu unterstützen. Die USA liefern dem Land außerdem militärische Ausrüstung wie gepanzerte Fahrzeugen, Schutzwesten, Radarsysteme und Nachtsichtgeräte. Waffenlieferungen lehnt Washington bislang ab.

  • dpa
  • afp
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3 Kommentare zu "An ukrainischer Grenze: USA werfen Russland verstärkten Truppenaufbau vor"

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  • Nicht wenn man ein Abkommen in Minsk unterzeichent hat. Daran muss sich nicht nur Russland sondern auch die Ukraine halten. Dass Abkommen für die arroganten Amis nichts bedeuten dass sieht man jeden Tag.

    Wenn die Russen wollen nehmen sie sich die Ukraine in wenige Wochen ein dafür brauchen sie nicht Jhre sich zu reiben wie du es nennst, doch was sollen sie mit einem bankrotten Land ?

  • @Schmidt
    Wie die Ukrainer ihre Truppen ausbilden und welche Gegenstände sie Importieren, das geht die Russen wohl herzlich wenig an. Auch wenn die Russen sich als großer warmer Bruder gerne an die hintere Urkanie reiben und dort für Wallungen und Bewegungen sorgen.

  • USA verstösst selber mit der Entsendung von Söldner und Kriegsmaterial in die Ukraine gegen das Minsker Abkommen. Den Russen vorzuwerfen auf ihren eigenen Staatsgebiet Truppen oder Material zu verschieben ist einfach nur lächerlich.

    USA befindet sich de facto im Kriegszustand mit Russland. Jetzt kommt es darauf an wer zuerst auf den anderen schiesst um nachher den Schuldigen benennen zu können. Die Frage ist ob sich Russland auf die US Provokationen einlässt oder sie gegen die Wand laufen lässt.

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