An Zeitplan für Machtübergabe wird fest gehalten
Bush bekräftigt seinen Irak-Kurs

US-Präsident George W. Bush hat eine Verschiebung des Zeitpunkts für die Übergaben der Souveränität an eine zivile irakische Regierung ausgeschlossen. Er hat sich gleichzeitig bereit erklärt, die Forderungen des US-Militärs für mehr Truppen im Irak zu erfüllen.

HB WASHINGTON/BAGDAD. „Wir haben die Frist von 30. Juni gesetzt. Es ist wichtig, dass wir diese Frist einhalten“, sagte Bush am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz zur Lage in dem besetzten Irak in Washington. „Als stolze und unabhängige Menschen unterstützen die Irakis eine unbefristete Besetzung nicht, und Amerika macht dies auch nicht“, fügte er hinzu.

Bush wird nach eigenen Angaben die Forderung des US-Militärs für die Verstärkung der Truppen in dem arabischen Land erfüllen. Der Chef des für den Irak zuständigen Central Command, General John Abizaid, hatte das Verteidigungsministerium in Washington um zwei weitere „starke und bewegliche“ Brigaden für den Irak gebeten. Bush sagte: „Wenn er das will, dann wird er das bekommen“. Der US-Präsident fügte hinzu, die US-Truppen würden so lange wie nötig im Irak bleiben. Derzeit sind 130 000 US-Soldaten im Irak. Die Gesamtstärke der Koalitionstruppen liegt bei 145 000 Soldaten.

Die meisten Iraker unterstützten die Ziele der USA in ihrem Land, trotz der jüngsten Gewalttätigkeiten, sagte Bush. Er forderte den radikalen Schiiten-Führer Moktada El Sadr auf, seine Milizen, mit denen die US-Streitkräfte in Nadschaf in den vergangenen Tagen schwere Kämpfe geführt hatten, aufzulösen. Mit ihrem Aufstand hatten Anhänger El Sadrs vor rund einer Woche eine zweite Front gegen die Besatzungstruppen in Nadschaf eröffnet, die auch mit Aufständischen in der mehrheitlich sunnitischen Falludscha kämpfen. Seit dem Beginn des US-Einmarsches im Irak sind in dem arabischen Land 670 US-Soldaten und etwa 4000 bis 6000 irakische Aufständischen getötet worden. Die Zahl der zivilen Opfer wird auf etwa 8000 bis 10 000 geschätzt.

Die Konferenz fand im Ost-Saal des Weißen Hauses statt, einem Raum, der in der Regel für förmliche Anlässe genutzt wird. Dem Präsidialamt zufolge hat Bush bisher zwei Pressekonferenzen in diesem Saal gegeben, die eine am 11. Oktober 2001, einen Monat nach den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon, und die zweite am 6. März vor dem Einmarsch der US-geführten Truppen in den Irak.

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