Analyse zu Spanien
Spaniens Wirtschaft treibt Europa an

Die Wirtschaft brummt, das einstige Krisenland steht gut da. Und doch sind die Investoren skeptisch, denn das aktuell größere Problem ist die Politik. Auf Spanien wartet ein Superwahljahr – mit ungewissem Ausgang.
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MadridSpaniens Wirtschaft wird dieses Jahr zum Motor für Europa: Mit einem erwarteten Plus von 3,1 Prozent bei der Wirtschaftsleistung setzt sich das einstige Krisenland an die Spitze des Wachstums in Europa. Doch Investoren sorgen sich dennoch – in Spanien ist 2015 Superwahljahr: Ende September wählen die Katalanen – offiziell zwar nur ihr Regionalparlament.

Regierungschef Artur Mas hat den Urnengang aber zu einer Volksabstimmung über die Abspaltung der Region von Spanien erklärt. Bei einem Wahlsieg will er innerhalb von 18 Monaten einen eigenen Staat gründen. Die Mehrheit scheint für in ihn Reichweite – in Umfragen erhält er derzeit knapp die Hälfte der Stimmen.

Im Dezember dann sind Parlamentswahlen – das genaue Datum steht noch nicht fest. Bis dahin muss Rajoy bei seinen Landsleuten noch viel Vertrauen zurückgewinnen, sonst sind seine Tage gezählt.

Zumindest dann, wenn man den Urnengang vom Mai dieses Jahres als Basis nimmt. Da haben die Spanier seine Regierungspartei PP heftig abgestraft. In den Wahlen für die meisten Regionen und Kommunen liefen sie in Scharen zu den zwei neuen Protestparteien über und verpassten dem Land einen Linksruck.

Im Rathaus von Barcelona regiert nun ein von der ultralinken Partei Podemos unterstützte Bürgermeisterin, die aus der Hausbesetzerszene stammt. In Madrid hat ebenfalls ein Bündnis um Podemos die Stadtherrin gestellt und in den meisten Regionalparlamenten haben sich Koalitionen gebildet, die von Podemos oder der anderen neuen Partei, den eher liberalen Ciudadanos mitgetragen werden.

Für Spanien markiert das einen historischen Wandel: Seit Ende der Franco-Diktatur haben die beiden Großparteien, Rajoys PP und die sozialistische PSOE, stets regiert – mal die einen, mal die anderen. Doch sieben Jahre Krise und eine Serie von Korruptionsskandalen in beiden Parteien haben den Zorn der Spanier hochkochen und zwei neue Protest-Parteien entstehen lassen.

Die Wirtschaft ist beunruhigt. In einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte unter den größten spanischen Konzernen geben die Manager an, dass die neue politische Landschaft sowie die anstehenden Wahlen in Katalonien die Wirtschaft negativ beeinflussen. 84 Prozent sagen, die Korruptionsskandale beeinträchtigten die Glaubwürdigkeit spanischer Unternehmen.

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  • Werdet ihr es denn nie mehr verstehen?
    Wie könnte Spaniens Wirtschaft mit 3 oder 4 Prozent Wachstum ganz Europa mit über 500 Mio. Einwohnern oder der Elffachen Bevölkerung treiben. Da sind Russland Ukraine usw. noch gar nicht mitgerechnet. Würde ein zehnprozentiges Wachstum von Malte ansonsten auch ganz Europa treiben? Werdet ihr es denn nie mehr verstehen?

  • Das durchschnittliche Wachstum der Eurozone.

  • Das Loch ist aber weniger tief als in der Vergangenheit, wenn auch natürlich weiterhin sehr tief.

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