Andenstaaten und Mercosur wollen enger kooperieren
Südamerika probt den Schulterschluss

Die Gemeinschaft der Andenstaaten will mit der Staatengemeinschaft Mercosur zusammengehen, um bei den Bestrebungen für eine panamerikanische Freihandelszone (FTAA) eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den USA zu erlangen.

ang/ap BUENOS AIRES. Die Präsidenten der fünf Andenstaaten (Kolumbien, Venezuela, Peru, Ecuador und Bolivien) erklärten auf einem Gipfeltreffen in Carmen del Viboral in Kolumbien, dass sie bis Ende des Jahres einen Zusammenschluss erreichen wollen.

Als Vertreter der Mercosur- Gruppe sprach sich der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva für ein gemeinsames Vorgehen aus. „Damit die südamerikanischen Staaten in den langfristigen Handelsverhandlungen einen wirklichen Nutzen erzielen, ist es wichtig, dass sie ihre Positionen koordinieren“, sagte Silva. Keine Einigkeit erzielten die Teilnehmer aber in der Frage, in welcher Form das Bündnis von Andenstaaten und Mercosur geschlossen werden soll.

Die Andengemeinschaft zählt insgesamt 120 Mill. Einwohner und erwirtschaftet ein BIP von 300 Mrd. $. Der Mercosur, dem Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay angehören, hat eine Bevölkerung von 236 Mill. Einwohner und ein BIP von 890 Mrd. $.

Das Projekt der panamerikanischen Freihandelszone wird durch die Entscheidung der Andenländer, sich an den Mercosur und Brasilien anzulehnen, weiter kompliziert. Denn Brasilien stellte bereits klar, dass es nur dann zu Verhandlungen mit den USA bereit ist, wenn diese ihre Subventionen und Anti-Dumping-Maßnahmen für wichtige brasilianische Produkte wie Orangensaft, Zucker, Tabak und Soja aufgeben. Die USA wollen diese Streitthemen jedoch nur auf WTO-Ebene diskutieren.

Da die FTAA-Verhandlungen aber schwierig werden, werden einige Länder wie Kolumbien und Peru vermutlich den Weg Chiles einschlagen: Chile schloss vor kurzem ein bilaterales Freihandelsabkommen mit den USA ab.

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