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Südkoreas Premier wegen Golfpartie zurückgetreten

Der südkoreanische Ministerpräsident Lee Hae Chan ist unter massivem Druck der Opposition zurückgetreten. Der unmittelbare Anlass klingt banal: Lee hatte mit Geschäftsleuten eine Partie Golf gespielt.

HB SEOUL. Staatspräsident Roh Moo Hyun akzeptierte das Rücktrittsangebot das Regierungschefs, nachdem ein Sprecher zunächst verkündet hatte, der Präsident brauche mehr Zeit, um Berichte über den Fall zu studieren. Roh war zuvor von einer mehrtägigen Auslandsreise zurückgekehrt. Er folge damit der Ansicht der regierenden Partei Uri, die sich für eine Entlassung Lees ausgesprochen habe, wurde Roh am Dienstag von einem Sprecher in Seoul zitiert.

Lee hatte am 1. März mit lokalen Geschäftsleuten in Pusan Golf gespielt. Am selben Tag hatte die Gewerkschaft der staatlichen Eisenbahn einen landesweiten Streik begonnen. Trotz mehrfacher Entschuldigungen Lees für „unüberlegtes Verhalten“ hatte die Opposition wiederholt seinen Rücktritt verlangt. Auch forderte sie ein gründliche Untersuchung zu Lees Verhalten durch die Staatsanwaltschaft. Einigen Mitspielern wird vorgeworfen, Lee eingeladen zu haben, um ihn für ihre Geschäftsinteressen zu gewinnen.

Lee, der als reformorientierter Politiker gilt, war seit knapp zwei Jahren im Amt. Die Machtbefugnisse des Ministerpräsidenten sind unter dem Präsidialsystem in Südkorea beschränkt. Fast alle wichtigen Entscheidungen laufen über das Staatsoberhaupt.

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