Andernorts bleiben Truppen stationiert
Israelische Truppen verlassen Wohnviertel von Rafah

Die israelischen Truppen haben das Wohnviertel Tel Sultan in Rafah im südlichen Gazastreifen verlassen. Wie Radio Israel am frühen Montagmorgen berichtete, sollen so die Lebensbedingungen der Palästinenser erleichtert werden.

HB JERUSALEM. Bei ihrem seit Jahren größten Einsatz im Gaza-Streifen hatte die Armee die Hochburg militanter Palästinenser sechs Tage lang belagert. Der Abzug sei Teil einer Umgruppierung der Truppen, hieß es. Außerdem solle es den Bewohnern ermöglicht werden, sich wieder mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten zu versorgen. Augenzeugen in Tel Sultan berichteten von abziehenden israelischen Panzern.

In anderen Teilen Rafahs blieben jedoch israelische Soldaten stationiert, hieß es in den Militärkreisen weiter. Wie im Viertel Brazil suchen sie eigenen Angaben zufolge nach Tunneln von Waffenschmugglern. Bei der Militäraktion an der Grenze zu Ägypten kamen 42 Palästinenser ums Leben. Hunderte Menschen wurden nach der Zerstörung ihrer Häuser durch die israelische Armee obdachlos.

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon kündigte an, seinem Kabinett in der kommenden Woche einen geänderten Plan zum Abzug aus dem Gaza-Streifen vorzulegen. Der Plan sieht jetzt den schrittweisen Abzug und die Räumung mehrerer jüdischer Siedlungen im Westjordanland vor. Scharons Likud-Partei hatte am 2. Mai den ursprünglichen Plan abgelehnt, der eine Räumung aller 21 Siedlungen im Gaza-Streifen in einem Schritt vorsah.

Die Armee war am vergangenen Dienstag im Rahmen der „Operation Regenbogen“ in das Gebiet einmarschiert. Ziel der Aktion sei es gewesen, Tunnel zu zerstören, die nach israelischer Darstellung zum Einschmuggeln von Waffen aus Ägypten benutzt würden. Im Laufe der Operation wurden mehr als 40 Palästinenser getötet und Dutzende von Häusern zerstört.

Die Militäraktion in Rafah werde insgesamt noch Tage, aber nicht Wochen dauern, sagte der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas bei einer Kabinettssitzung am Sonntag nach Angaben der „Jerusalem Post“ (Internetausgabe).

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