Anfrage der USA
Arabische Liga gegen Entsendung von Truppen in den Irak

Die Staaten der Arabischen Liga haben sich einhellig gegen eine von den USA angefragte Entsendung von Truppen nach Irak ausgesprochen. „Unter den gegebenen Bedingungen“ werde eine Entsendung arabischer Soldaten nicht angestrebt, sagte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, am Dienstag nach einem Treffen von Außenministern der Organisation in Kairo.

vwd KAIRO/BAGDAD. Bei einer Explosion nördlich der irakischen Stadt Tikrit wurde ein Zivilangestellter der US-Armee durch einen Sprengsatz getötet. In Falludscha wurden drei US-Soldaten und vier Iraker beim Angriff auf eine Polizeiwache verletzt.

„Wir sollten uns für ein Ende der Besatzung einsetzen und den Irakern die Bildung einer Regierung erlauben“, sagte Mussa nach dem Treffen des Beobachtungsausschusses der Arabischen Liga, dem elf der 21 Mitgliedstaaten sowie die palästinensische Autonomiebehörde angehören. Die US-Anfrage nach einer Truppenentsendung wurde nach Angaben eines Delegierten informell diskutiert. Aus Verhandlungekreisen verlautete, dass Washington Saudi-Arabien, Jordanien und Ägypten um Hilfe bei der Stabilisierung Iraks gebeten habe.

Für viele Staaten käme eine Entsendung von Soldaten einer Hilfestellung für die Besatzer gleich, sagte der Sitzungsleiter, Bahrains Außenminister Scheich Mohammed bin Mubarak el Chalifa. Beim Aufbau Iraks im wirtschaftlichen Bereich seien die arabischen Staaten jedoch bereit, einen Beitrag zu leisten. Die Araber sollten bei der Hilfe für das Land nicht hinter den internationalen Bemühungen zurückstehen. Mit dem irakischen Regierungsrat werde zusammengearbeitet, als legitime Regierung werde er jedoch nicht anerkannt. Bei dem Treffen in Kairo wurde ein Komitee aus sieben Staaten gebildet, das sich speziell mit Irak befassen soll.

Nördlich von Tikrit, der Heimatstadt des früheren irakischen Staatschefs Saddam Hussein, wurde nach Militärangaben ein amerikanischer Zivilangestellter der US-Armee getötet, als er mit seinem Wagen auf einen improvisierten Sprengsatz fuhr. Es sei jedoch unklar, ob die Mine gezielt gegen den Mann gelegt worden sei oder einem US-Militärkonvoi gegolten habe, sagte eine Armeesprecherin. Bei dem Angriff in Falludscha, 50 Kilometer westlich von Bagdad, wurden nach Angaben eines irakischen Polizisten drei US-Soldaten und drei irakische Polizisten verletzt. Möglicherweise seien sogar zwei der getroffenen Soldaten tot.

Der irakische Regierungsrat nahm unterdessen seine Beratungen über die Besetzung der Ministerämter auf. Zunächst müssten die Kriterien für die Verteilung der Ämter festgelegt werden, sagte Ratsmitglied Muaffak el Rubai in Bagdad. Dies sei eine „extrem schwierige Aufgabe“ für das 25-köpfige Gremium. Ein Konsens werde möglicherweise in dieser Woche nicht mehr erzielt. Wie der syrische Uno-Botschafter Michael Wehbe in New York mitteilte, will sich der Uno-Sicherheitsrat am 21. August mit Irak befassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%