Anführer angeblich am Leben
USA stellen sich auf langen Kampf gegen IS ein

Rund 130 Luftangriffe haben die USA und ihre Verbündeten gegen die Terrormiliz IS im Irak und in Syrien geflogen. Mit welchem Erfolg, bleibt offen. Derweil meldet sich der „Kalif“ aus der Kriegsregion.
  • 4

Washington/KairoDer Kampf der USA und ihrer Verbündeten gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird nach den Worten von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel noch lange andauern. Zwar gebe es nach Monaten andauernder Bombardierungen im Irak und in Syrien „stetige und anhaltende Erfolge“. Doch „es wird ein langer und schwieriger Kampf werden“, sagte Hagel bei einer Kongressanhörung in Washington.

Eine genauere Einschätzung der Lage – wie lange der Kampf etwa dauern könnte – gab der Pentagonchef aber auch auf drängende Fragen nicht. „Es wird Rückschläge geben“, fügte er hinzu. Je stärker die irakische Armee vorankomme, desto stärker werde die Intensität der Luftangriffe der Koalition. Mehrere Abgeordnete äußerten sich besorgt über die Entwicklung.

Zugleich berichtete der TV-Sender CNN am Donnerstag, Präsident Barack Obama erwäge eine Strategieänderung in Syrien. Im Weißen Haus mache sich die Einschätzung breit, dass der IS in Syrien nicht besiegt werden könne, so lange Präsident Baschar al-Assad in Damaskus an der Macht ist.

Hagel sagte zwar: „Es gibt keine Strategieänderung in Syrien.“ Das Assad-Regime habe jede Legitimation verloren. Allerdings fügte er hinzu: „Wir können unsere Ziele in Syrien nicht mit einem Mal erreichen.“ Nach wie vor gebe es in Syrien keine rein militärische Lösung. Entscheidend sei die Stärkung einer gemäßigten Opposition. Deren Ausbildung werde aber noch acht bis zwölf Monate dauern.

Derweil hat die Terrormiliz mit einer erneuten Kampfansage an die USA und einer Versöhnung mit der bislang verfeindeten Al-Kaida in Syrien ihren Anspruch auf den gesamten arabischen Raum im östlichen Mittelmeer bekräftigt. Ihr Führer Abu Bakr al-Bagdadi ließ am Donnerstag eine Audiobotschaft veröffentlichen, in der er sogar einen Vormarsch bis nach Rom androhte. Islamische Extremisten sprechen von Rom oft als Synonym für Europa.

Al-Bagdadis in sozialen Netzwerken veröffentlichte Audiobotschaft kam vier Tage nach Berichten, der selbst ernannte Kalif des Islamischen Staats könnte bei einem Luftangriff verletzt worden sei. Die Audiobptschaft enthielt Anspielungen auf Ereignisse danach.

Die Luftoffensive der US-geführten Koalition gegen den IS sei gescheitert und die USA müssten letztlich Bodentruppen nach Irak schicken, wollten sie seine Kämpfer aufhalten. „Und hier ist (US-Präsident Barack) Obama, schickt weitere 1500 Soldaten, die behaupten, Berater zu sein, weil die Tag und Nacht andauernden Angriffe der Kreuzzügler auf die Orte des Islamischen Staats nicht dessen Vormarsch aufgehalten haben“, sagte er. Hagel wollte nicht zu Spekulationen Stellung nehmen, wonach der IS-Anführer, al-Bagdadi, bei dem kürzlichen Luftangriff verletzt oder getötet worden sei. Dazu wolle er sich nur bei einer anstehenden geheimen Ausschusssitzung äußern.

In der Audiobotschaft rief al-Bagdadi Muslime in aller Welt zum Heililgen Krieg und zur Tötung von „Abtrünnigen“ vor allem in Saudi-Arabien und Jemen auf. Seine Leute würden bis zum letzten Mann kämpfen, sagte er weiter. Experten zufolge schien die Aufzeichnung echt zu sein; die darin zu hörende Stimme stimme mit früheren von der Terrormiliz veröffentlichten Audio-Botschaften Al-Bagdadis überein.

Seite 1:

USA stellen sich auf langen Kampf gegen IS ein

Seite 2:

21.000 bis 31.000 IS-Kämpfer

Kommentare zu " Anführer angeblich am Leben: USA stellen sich auf langen Kampf gegen IS ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich denke das sich in Russland viele IS-Krieger verstecken.
    Wann kommt endlich die Meldung dazu?

  • Seit 1945 ist es wie beim Rodeo.

    Die Ami's sitzen auf dem Rücken der Deutschen aber das Pferd bäumt sich immernoch widerwillig auf.

  • 1945er Um-Erziehung findet kein Ende in Deutschland. Schuld Angst Propaganda - alles für den naiven Lemming von morgen. Bekifft, geil, schwul, naiv, ungebildet, ferngesteuert, allein-lebend.

    Danke (Atlantik-)Grüne !

    GRÜNE 1990: Nie wieder Deutschandl

    Noch Fragen ??

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%