Angaben aus Regierungskreisen
Frattini womöglich neuer Kandidat für EU-Kommission

Nach dem Verzicht des umstrittenen Italieners Rocco Buttiglione auf eine Kandidatur für die EU-Kommission gilt Franco Frattini als wahrscheinlichster Anwärter auf den Posten in Brüssel. Der italienische Außenminister hält sich Regierungskreisen zufolge selbst für Italiens neuen Kandidaten.

HB MOSKAU. Frattini habe auf einem Flug nach Moskau italienischen Ministerkollegen anvertraut, das er bald nach Brüssel gehe, um die vom umstrittenen Kandidaten Rocco Buttiglione hinterlassene Lücke zu füllen, hieß es am Dienstag in den Kreisen. Allerdings dementierte ein Sprecher des Außenministeriums in Rom später, dass Frattini sich entsprechend geäußert habe. „Das Thema wurde von Frattini während der Reise von Rom nach Moskau nicht einmal gestreift.“

Aus anderen Regierungskreisen verlautete, Ministerpräsident Silvio Berlusconi habe seinen neuen Kandidaten nur noch nicht präsentiert, weil er derzeit über eine Umbildung seiner Regierungsmannschaft verhandle, die nach der Entsendung Frattinis nach Brüssel nötig würde. Der wegen seiner konservativen Haltung zu Homosexualität und Frauenrechten in die Kritik geratene Buttiglione hatte seine Kandidatur am Samstag zurückgezogen.

Dass Außenminister Franco Frattini wahrscheinlichster Anwärter auf den Posten in Brüssel ist, meldeten am Montag bereits italienische Medien. „Dies scheint mittlerweile sicher zu sein“, schrieb die italienische Zeitung „La Repubblica“. Ministerpräsident Silvio Berlusconi wird nach Medienberichten voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag endgültig über den neuen Kandidaten für die EU-Kommission entscheiden. Buttiglione erhob indes vor Journalisten in Rom schwere Vorwürfe gegen seine Kritiker. Er sei das „unschuldige Opfer einer geschickt geführten Kampagne“ geworden.

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