Angeblich „Gefälligkeiten“ für Arbeit bei Abgeordneten
Sex-Vorwürfe erschüttern polnische Regierung

Die polnische Regierung ist nach einem Zeitungsbericht über eine mutmaßliche Sex-Affäre eines Koalitionspartners unter Druck geraten.

HB WARSCHAU. In der Montagausgabe der „Gazeta Wyborcza“ beschuldigte eine als „Aneta K.“ identifizierte Frau den Chef der Selbstverteidigungspartei, Vize-Ministerpräsident Andrzej Lepper, von ihr als Gegenleistung für einen Job Sex verlangt zu haben. Sie habe sich darauf eingelassen und seit 2001 mehrfach mit Lepper geschlafen, hieß es in der Titelgeschichte. Auch andere Parteimitglieder hätten diese Praxis verfolgt.

Lepper wies die Vorwürfe entschieden zurück und bezeichnete den Bericht als gegen die Regierungskoalition gerichtete Lüge. „Das ist eine Provokation, darauf gerichtet, die Koalition zu zerschlagen“, sagte er vor Journalisten. „Ich will, dass das sofort von der Staatsanwaltschaft geklärt wird.“

Die Regierung nahm zu dem Bericht nicht Stellung. Die Opposition forderte Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski auf, Lepper sofort zu entlassen. Die polnische Staatsanwaltschaft will nach Sex- Vorwürfen gegen den stellvertretenden Ministerpräsidenten Andrzej Lepper ein Ermittlungsverfahren aufnehmen. Das sagte Landesstaatsanwalt Janusz Kaczmarek am Montag der polnischen Nachrichtenagentur PAP.

Vor einigen Tagen war bereits Polens zweiter Vize-Ministerpräsident Roman Giertych von der Familienliga in die Kritik geraten. In einem Video waren Mitglieder der von Giertych gegründeten Jugendgruppe beim Hitlergruß zu sehen gewesen.

Kaczynskis Partei Recht und Gerechtigkeit verfügt nur über 153 der 460 Sitze im Unterhaus und ist daher von ihren Koalitionspartnern abhängig. Die Regierung war mit dem Anspruch angetreten, eine „moralische Revolution“ herbeizuführen und die ethischen Standards in der Politik anzuheben.

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