Angeblich Reichweite bis Israel
Iran testet Langstreckenrakete

Neues Säbelrasseln zwischen Iran und dem Westen: Die Revolutionsgarden feuerten zum Test mehrere Langstreckenraketen ab, die teilweise angeblich bis nach Israel gelenkt werden können. Das rief prompt die USA auf den Plan.

HB TEHERAN. Die Raketen wurden während eines Manövers der Revolutionsgarde im Persischen Golf abgefeuert. Unter ihnen war den Angaben zufolge auch eine neue Version der Shahab-3, die mit einer Reichweite von 2000 Kilometern israelisches Territorium erreichen könnte.

Westliche Experten schenken den iranischen Angaben allerdings wenig Glauben. So gehen sie bei der Schahab-3 von 1500 Kilometern aus.

Der Marine-Kommandeur der Nationalgarde, General Hossein Salami, erklärte, die Übung demonstriere die Entschlossenheit des Landes gegenüber Feinden, die den Iran in den vergangenen Wochen bedroht hätten. Einen Tag zuvor hatte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad Befürchtungen vor einem möglicherweise geplanten Angriff Israels und der USA auf sein Land als "lustigen Witz" zurückgewiesen. Es werde keinen Krieg geben, sagte Ahmadinedschad auf einer Pressekonferenz in Malaysia.

Die USA und Israel haben beide einen Angriff auf den Iran nicht ausgeschlossen, um zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommt. Israel hatte im Juni im Rahmen eines Manövers Flugzeuge über das östliche Mittelmeer geschickt. In US-Kreisen hieß es, es könne eine Übung für einen Angriff auf eine iranische Atomanlage sein. Teheran versichert, dass sein Atomprogramm ausschließlich der zivilen Nutzung dient.

Am Freitag hatte der Befehlshaber der Revolutionsgarde, General Mohammed Ali Dschafari, noch einmal deutlich gemacht, dass der Iran jeden Angriff auf eine seiner Atomanlagen als Beginn eines Krieges betrachten werde.

Die USA reagierten ungehalten auf die Raktentests und forderten das Mullah-Regime auf, den Bau und den Test von Mittel- und Langstreckenraketen unverzüglich aufzugeben. Die Entwicklung dieser Raketen, die auch atomar bestückt werden könnten, verstoße gegen die Resolutionen des Uno-Sicherheitsrates, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Gordon Johndroe, in Toyako am Rande des G8-Gipfels. Sie seien unvereinbar mit den iranischen Verpflichtungen gegenüber der Welt. Solche Aktivitäten verstärkten nur die internationale Isolation des iranischen Volkes.

US-Präsident George W. Bush wie auch die Partner im Uno-Sicherheitsrat und Deutschland seien dem diplomatischen Weg verpflichtet, sagte Johndroe. Dem Iran sei ein „großzügiges Angebot an Belohnungen“ gemacht worden, damit Teheran seine nuklearen Anreicherungsprogramme aufgebe.

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