Angeblich technische Probleme
NSA bespitzelte aus Versehen auch US-Bürger

Bisher hatte die US-Regierung immer betont, es handle sich bei der Überwachung des E-Mailverkehrs nur um die Daten von Ausländern. Jetzt gab ein Sprecher zu, dass auch die US-Bürger überwacht wurden – aus Versehen.
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WashingtonDer US-Geheimdienst NSA hat nach Feststellung eines Geheimgerichts über drei Jahre hinweg verfassungswidrig zehntausende E-Mails von Amerikanern abgeschöpft, von denen keine konkrete Terrorgefahr ausging. Das geht aus bislang geheimen Gerichtsdokumenten hervor, die die US-Regierung am Mittwoch (Ortszeit) zur Veröffentlichung freigab.

Ein technisches Problem führte den Angaben nach dazu, dass E-Mails von Amerikanern zwischen 2008 und 2011 abgeschöpft wurden, obwohl das Programm auf ausländische Daten ausgerichtet gewesen war.

Aus den Dokumenten geht hervor, dass der NSA das nach seiner Darstellung irrtümliche Datensammeln im September 2011 dem geheim tagenden Foreign Intelligence Surveillance Court meldete. Bei Diskussionen zwischen Geheimdienstlern und Vertretern des Justizministeriums sei entdeckt worden, dass beim Abschöpfen von E-Mails ausländischer Internetnutzer auch Tausende von US-Bürgern mitgespeichert wurden.

Dies habe daran gelegen, dass viele E-Mail-Anbieter E-Mails beim Versenden zusammenpacken. Bei den ins Visier genommenen ausländischen E-Mails seien daher auch immer etliche amerikanische gewesen. Warum das nicht bei der Konzeption des Spähprogramms berücksichtigt wurde, sagten die US-Regierungsvertreter nicht

Die Fehler seien in der Zwischenzeit behoben worden, sagte ein Sprecher der Regierung. „Dies ist keine ungeheuerliche Überschreitung durch eine gierige Behörde, die Amerikaner ausspionieren will, sondern ein technisches Problem, das in eine unbeabsichtigte Sammlung einer geringen Zahl von Kommunikationsdaten resultierte.“

Insgesamt ging es laut NSA um 56 000 unrechtmäßig abgefischter E-Mails. Der Geheimdienst sammelt nach eigenen Angaben rund 250 Millionen Internetkommunikationen jedes Jahr. Inzwischen sei technisch gelöst, dass keine E-Mails von US-Bürgern mehr abgefangen werden.

Die in „bundled transmissions“ - Datenpaketen - verschickten E-Mails würden anstatt fünf nur noch zwei Jahre für eine mögliche Analyse gespeichert. Die zwischen 2008 und 2011 abgeschöpften 56 000 E-Mails seien nach einer gerichtlichen Anordnung gelöscht worden.

Die Gerichtsdokumente wurden am Mittwoch auf einer neuen Website veröffentlicht, mit deren Hilfe die Regierung ihr Versprechen auf mehr Transparenz einlösen will. Nach der massiven Kritik an den Spähprogrammen hatte US-Präsident Barack Obama den Schritt vor einigen Wochen als Teil eines Maßnahmenpakets angekündigt.

Nach und nach sollen in dem Blog Dokumente, Mitteilungen und andere Informationen veröffentlicht werden. Betrieben wird sie vom Büro des US-Geheimdienstdirektors James Clapper.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Angeblich technische Probleme: NSA bespitzelte aus Versehen auch US-Bürger"

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  • ÜBERWACHUNG bedroht die Bürger:

    http://www.youtube.com/watch?v=cpQpYVlulmI

    http://www.youtube.com/watch?v=iHlzsURb0WI

    Zwei sehr gute Videos zum nachdenken!

  • ich lach mich schlapp,dem schwarzen kenianer ist inzwichen keine luege zu schaebig,nachdem er aufgeflogen ist.was trennt diesen typen,den man in usa zu millionen findet von jorge duppleyou??oder wie hiess dieser blutsauefer nochmal???

  • Sie verkennen leider die Lage: Deutschland hat einen Krieg verloren und damit jegliches Recht auf Souverenität. Und glauben Sie nicht dass wir keinen Preis zu zahlen haben - dafür das sich Deutschland wiedervereinigen durfte. Das einzig erbärmliche sind die gleichgeschalteten Medien, die nichts aber auch gar nichts mehr an investigativem Journalismus zu bieten haben.

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