Menschenrechtler hatten vor rund einer Woche von einer Demonstration buddhistischer Mönche und Nonnen in Garze berichtet, der sich mehrere hundert Einwohner angeschlossen haben sollen. Damals soll es zu Zusammenstößen zwischen Protestierenden und Polizisten gekommen sein.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) soll seinen Mitgliedern in einem internen Memo nahegelegt haben, wie sie auf den Tibet-Konflikt vom vergangenen Monat reagieren sollten. IOC-Präsident Jacques Rogge habe bereits am 17. März eine entsprechende Notiz verschickt, berichtete die Organisation Reporter ohne Grenzen am Freitag. Rogge habe darin erklärt, die chinesische Tibet-Politik beeinträchtige die Olympischen Sommerspiele nicht, und habe einen Boykott abgelehnt.
Die Ereignisse in Tibet seien beunruhigend, würden den Erfolg der Olympischen Spiele aber nicht bedrohen, zitierte Reporter ohne Grenzen aus dem Memo. Keine glaubwürdige Regierung oder Organisation unterstütze die Idee eines Olympia-Boykotts, hieß es weiter. Ob es ein solches Memo tatsächlich gab, konnte zunächst nicht geklärt werden.
Das IOC hoffe auf eine rasche friedliche Lösung der Gewalt in Tibet, heißt es der in Paris ansässigen Organisation zufolge weiter. Das Komitee bringe solche Themen jedoch grundsätzlich nicht bei den Gastgebern zur Sprache. Reporter ohne Grenzen forderte das IOC daher auf, die chinesischen Behörden auf ihre Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2001 hinzuweisen, als Peking den Zuschlag für Olympia erhalten hatte.
Die antichinesischen Proteste haben nach offiziellen Angaben 22 Menschen das Leben gekostet. Die Exilregierung in Indien spricht von 140 Todesopfern.


