Angeblich werden kurdische Einheiten trainiert
Israel offenbar im Irak aktiv

Einem amerikanischen Magazinbericht zufolge trainieren Israelische Experten im Norden des Irak kurdische Einheiten. Diese sollen dann angeblich „Augen und Ohren“ im Iark und den angrenzenden Staaten Syrien und Iran öffnen.

HB NEW YORK. Unter Berufung auf einen Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA berichtete das US-Magazin „The New Yorker“ am Montag, der Einsatz der Israelis sei unter den Nachrichtendiensten weitherum bekannt. Ein Sprecher der israelischen Botschaft in Washington dementierte den Bericht im Gespräch mit dem Blatt: „Die Geschichte ist schlicht falsch.“ Der Artikel stammt von dem preisgekrönten New-Yorker-Reporter Seymour Hersh, der vor kurzem auch das Ausmaß der Misshandlungen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib durch US-Soldaten aufgedeckt hat.

Hauptziel Israels bei dem Einsatz sei, die Kurden militärisch zu stärken und damit ein Gegengewicht zu den schiitischen Milizen im Irak zu schaffen, berichtete das Magazin weiter und zitierte derzeitige und ehemalige Geheimdienstmitarbeiter aus den USA, dem Nahen Osten und Europa. „Israel hat die Kurden immer ... als Gegengewicht zu (dem gestürzten Präsidenten) Saddam unterstützt“, sagte ein ehemaliger israelischer Geheimdienstvertreter dem Blatt. „Das ist Realpolitik. Israel bekommt durch das Bündnis mit den Kurden Augen und Ohren im Iran, im Irak und in Syrien.“

Hersh schrieb weiter, Israel sei Ende vergangenen Jahres zu der Einschätzung gekommen, der Regierung unter US-Präsident George W. Bush werde „es nicht gelingen, im Irak Stabilität oder Demokratie zu schaffen, und dass Israel andere Optionen braucht“. Die israelischen Experten hätten bei Einsätzen auch die Grenze zum Iran überschritten und dort geholfen, Vorrichtungen zu installieren, mit denen das iranische Atomprogramm ausspioniert werden könne. Die USA verdächtigen den Iran, hinter seinem zivilen Nuklearprogramm die Entwicklung von Atomwaffen zu verbergen.

Zu der Frage, ob die Zusammenarbeit mit den Kurden nicht den Beziehungen Israels zur Türkei schade, zitiert das Magazin einen türkischen Diplomaten mit den Worten: „Wir sagen unseren israelischen und kurdischen Freunden, dass das Wohlwollen der Türkei davon abhängt, dass der Irak zusammengehalten wird. Wir werden keine andere Lösung unterstützen.“ Die Kurden haben jahrzehntelang im Osten der Türkei sowie im Norden des Iraks einen Unabhängigkeitskampf geführt und drängen im Irak auf Eigenständigkeit. Die Türkei befürchtet, der Irak könne auseinander brechen und die nachfolgende Instabilität an der Grenze die Konflikte im eigenen Land von neuem entfachen.

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