Angeblich wieder Bau von Zentrifugen-Teilen
Spekulationen um iranisches Atomprogramm

Die USA befürchten, dass der Iran weiter an einem Atomwaffenprogramm arbeitet. Nach US-Angaben habe die islamische Republik angekündigt, den Bau von Teilen für Uranzentrifugen wieder aufzunehmen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatte der Iran im Februar zugesagt, dies nicht zu tun.

HB WASHINGTON. „Heute hat die Regierung des Iran Großbritannien, Deutschland und Frankreich davon informiert, dass sie die Herstellung von Teilen für Uranzentrifugen wieder aufnimmt“, sagte der Unterstaatssekretär im US-Außenministerium, John Bolton, am Donnerstag in Washington. Derartige Zentrifugen können zur Herstellung von waffentauglichem Uran verwendet werden.

„Sie haben nicht, zumindest bislang, angekündigt, dass sie auch die eigentliche Anreicherung wieder aufnehmen“, sagte Bolton. „Aber für mich scheint es völlig offensichtlich, dass der Iran nicht Komponenten für Uranzentrifugen baut, um sie als Trödel in iranische Wohnzimmer zu stellen.“ Damit fordere der Iran die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) heraus und beleidige die Staatengemeinschaft, sagte er. Die USA hätten ohnehin nicht geglaubt, dass der Iran die Herstellung der Teile eingestellt habe.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten vom Iran unter anderem die Zusage erreicht, die Anreicherung von Uran auszusetzen und unangekündigte Kontrollen seiner Atomanlagen durch eine UN-Behörde zuzulassen. Eine anschließende Offenlegung des iranischen Atomprogramms war den UN-Experten zufolge jedoch lückenhaft, woraufhin die IAEA den Iran vor kurzem scharf kritisierte.

Die USA vermuten, dass der Iran hinter seinem zivilen Atomprogramm die Entwicklung von Atomwaffen verbirgt. Der Iran weist dies zurück. Bis zur Beilegung des Konflikts darüber hat die Europäische Union Gespräche über einen Handels- und Entwicklungshilfevertrag mit dem Iran ausgesetzt.

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