Angeblicher Rebellenführer verhaftet
Karassuw unter Kontrolle des usbekischen Militärs

Usbekistans Militär hat nach den blutigen Unruhen im Osten des Landes nach eigenen Angaben mit der Grenzstadt Karassuw letzte Hochburg der Aufständischen unter seine Kontrolle gebracht.

HB TASCHKENT. In der Karassuw sei der angebliche Anführer der Rebellen, Bachtijar Rachimow, verhaftet worden, meldeten regionale Internetagenturen am Donnerstag unter Berufung auf Sicherheitskreise in der zentralasiatischen Republik. In der Nacht zu Donnerstag waren in Karassuw wieder Schüsse zu hören. An der Grenze zu Kirgisien hielten sich weiterhin tausende Flüchtlinge aus Usbekistan auf.

Die Angaben über Opfer der mehrtägigen Unruhen liegen weiterhin deutlich auseinander. Während die autoritäre Staatsführung offiziell von 170 Toten spricht, die allesamt bewaffnet gewesen seien, schätzt die Opposition die Zahl der Toten auf bis zu 800. Darunter waren nach Berichten von Augenzeugen auch viele Frauen und Kinder, die bei dem Massaker durch Militärs auf dem Platz der Stadt Andischan am Freitagabend ums Leben kamen.

Am Vortag durften erstmals ausländische Diplomaten die abgesperrte Stadt Andischan besuchen. Ihnen wurde aber offiziell untersagt, mit Bewohnern zu sprechen. Der usbekische Präsident Islam Karimow rechtfertigt das gewaltsame Vorgehen seiner Militärs als notwendige Maßnahme im Kampf gegen islamische Extremisten. Die Opposition wertet die Unruhen im verarmten Fergana-Tal dagegen als Auflehnung gegen die Staatsführung. Die Proteste seien nicht religiös motiviert, heißt es.

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